Kinzigtaltriathlon Gelnhausen 2017

Der Start in die Triathlonsaison erfolgt schon fast traditionell mit dem Kinzigtaltriathlon in Gelnhausen. Mit ca. 350 anderen Athleten ging es am Sonntag morgen im Gelnhäuser Freibad für die Sprintdistanz los. Für viele nur ein Sprint, aber der erste Triathlon im Jahr hat immer etwas Besonderes, da spielt die Distanz keine Rolle. Viele Fragen tun sich morgens auf einmal auf. Hätte ich das Schuhe auf dem Rad anziehen nochmal üben sollen? Hab ich alles eingepackt? Startnummernband, Chipband, Gummis, Babypuder etc . etc. Das erste Mal im Jahr die Wechselzone aufbauen ist immer spannend. Wo hab ich alles immer hingelegt? Welcher Schuh ist vorne, ist das richtig so? Da merkt man ganz schnell dass nichts Routine ist. Da kann man auch schonmal mit dem Helm auf dem Kopf aus der Wechselzone laufen. Aber zum Glück hat man ja Teamkollegen und andere Bekannte. In Gelnhausen herrscht immer eine familiäre Atmosphäre und es ist immer wieder schön alte und bekannte Gesichter zu sehen. Da passt man auf sich auf und jeder hilft dem anderen. So blieb letztendlich auch der Helm in der Wechselzone.

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Um 9:25 startete der Wettkampf für uns Mädels, fast alle Frauen hatten sich in der 2. Startgruppe eingefunden, so war ein fairer Wettkampf möglich. Beim Einschwimmen stieg die Nervosität dann doch ganz schön an. Schließlich war das der erste Test der Saison und sollte klären, ob das Training im Winter angeschlagen hat. Hat sich mein Fleiß im Becken ausgezahlt und kann ich die 500m unter 9 min schwimmen? Wie macht sich die neue Radeinstellung im Wettkampf? Viele Fragen pochten kurz vor dem Startschuss in meinem Kopf und dann ging es los. Vor lauter Ehrgeiz und Anspannung viel zu schnell. Die ersten 100m in 1:30 liegt völlig über meinen Verhältnissen und am Ende musste ich dem ganzen etwas Tribut zollen. Aber insgesamt konnte ich zeigen, dass ich im Wasser gut gearbeitet habe und am Ende stieg ich mit 8:30 aus dem Becken und bei 8:50 überquerte ich die Messmatte. Ziel zu 100% erfüllt. Auch die Sorgen um den Wechsel waren umsonst, irgendwie ist es wie das Fahrrad fahren selbst, man verlernt es halt doch nicht. Allein in der Wechselzone konnte ich schon ein paar Plätze gut machen, da ich mich trotz der kühlen Temperaturen gegen eine Trikot oder Weste entschied und sofort aufs Rad ging. Das erste Hindernis, der kleine Anstieg am Schwimmbad, ging spielerisch und auf der Geraden zum Kreisel am Ortsausgang von Gelnhausen hatte ich schon die ersten Athleten in Sichtweite. Jetzt hieß es nur noch in die Pedale treten und im Kopf dachte ich immer wieder an Lanzarote und dass es immer noch windiger geht. Der Wind pfiff einem nur um die Ohren, sodass man  ganz schön in die Pedale treten musste um in Fahrt zu kommen, aber das gelang mir doch erstaunlich gut. So konnte ich bis zum Wendepunkt bis auf Platz 3 vorfahren. Auf dem Heimweg musste ich nur noch einer Athletin Platz machen und konnte hier nur noch versuchen den Abstand so gering wie möglich zu halten, um vielleicht noch eine Chance beim Laufen zu haben. In Gelnhausen gab es dann noch einmal eine 180 Gradkurve zu überwinden, die einem die Möglichkeit verschaffte einen Überblick über die Konkurrenz zu bekommen. Die Abstände waren nicht all zu groß, was bedeutete, dass ich mich im Laufen keinesfalls all zu sicher fühlen konnte. Einige starke Läuferinnen werden sicherlich ihre Chance in der 3. Disziplin versuchen. In der Wechselzone versuchte ich schnell in die Laufschuhe zu schlüpfen, um dann nochmal alles zu geben. Die Laufstrecke in Gelnhausen hat es mit einem kleinen Anstieg zu Beginn in sich und so können auch 5km lang werden. Nach 2,5km hat man am Wendepunkt auch hier nochmal die Chance die Abstände nach vorne und hinten im Blick zu behalten. Es blieb alles wie beim alten. Ich fühlte mich keine Minute wirklich sicher auf meiner Position und wartete darauf, dass mich Manuela Bartels von den Wetterauern von hinten überholte. Bis zum Schluss gab ich alles um den 4. Platz zu halten, was mir auch bis zur Ziellinie gelang. Total zu frieden in allen 3 Disziplinen war ich froh im Ziel zu sein und mit einem offiziellen 5. Platz hab ich meine Erwartungen an den Tag mehr als übertroffen. 5. Platz deshalb, weil sich eine Vereinskollegin, die in der ersten Startgruppe an den Start ging, auf Platz 2 schob.

Jetzt freue mich auf das weitere Training,meine Saisonhighlights und bin noch mehr motiviert mich immer weiter zu verbessern.

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Mantras: laufen mit dem kleinen Mann im Ohr

Wer kennt das nicht, oder wer macht das nicht? Ich führe bei harten Einheiten regelmäßig Selbstgespräche und versuche mich positiv zu verstärken. Meistens sind es Gedanken aus Situation in denen es gut lief oder ich etwas schon mal erreicht habe. Aber nicht nur ich tue dies ganz unbewusst und automatisch, auch Profiathleten wie Mona Stochhecke oder Marathon Rekordhalterin Deena Kastor führen immer wieder Selbstgespräche während ihrer Einheiten oder Wettkämpfe. Dies ist jedoch keine Eigenheit, bei der man nicht alle Tassen im Schrank hat, sondern eine psychologische Strategie, die einen motivieren und beflügeln soll. Besonders in Situation in denen es hart wird oder mal nicht so läuft können einen solche Mantras wieder aufbauen und helfen sein Ziel zu erreichen.

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Für eine neue Bestzeit muss auch der Kopf stimmen

 

Jeder muss sein eigenes Mantra finden, aber wie?

Erstmal was sind eigentlich Mantras? Mantras sind kurze und kleine Powersätze, die man immer wieder leise in seinem Kopf wiederholen kann. Manchmal sind es Sätze, aber auch nur ein einziges Wort kann als Mantra dienen. Hauptsache ist, sie motivieren dich und helfen dir fokussiert und konzentriert im Wettkampf oder im Training zu bleiben. Sie sollten dich zu so beflügeln  und aufbauen, dass es dir auch in schlechten Situation hilft nicht aufzugeben und dein Ding durchzuziehen.

Wie man sein Mantra findet ist gar nicht so schwer, dafür muss mein kein Dichter oder Denker sein. Viele begegnen uns im Alltag und bleiben schon fast automatisch im Kopf. Als Mantra können aufbauende Wort vom Trainer oder Trainingspartner fungieren, aber auch bestimmte Liedzeilen aus Songs die du gerne hörst. Oder sie begegnen dir einfach so. In Jügesheim lief ein Mädchen mit einem T- Shirt vor mir auf dem der Satz  “ don´t run fly“ stand. Der Satz prägte sich sofort in meinem Kopf ein. An diesem Tag war dies mein Mantra was mich zu meiner neuen Bestzeit beflügelte. Im wahrsten Sinne wollte ich fliegen anstatt zu laufen. Beim Bilden von Mantras gibt es keine Regeln und Gesetze, das innere Gefühl und die Einstellung zu den Worten muss stimmen. Ein Mantra soll ein ganz bestimmtes Gefühl vermitteln; ein Gefühl, das einen beflügelt. Bei den falschen Worten funktioniert das nichts, sie bringen einen nicht weiter.

Wenn man immer noch nicht weiß wie man zu seinem Mantra kommt kann man auch auf alte Erinnerungen zurückgreifen, Gefühle aus Situationen in denen es gut lief und man Erfolg hatte. Diese abgespeicherten Gefühle kann man dann wieder und wieder hervorrufen und versuchen in starke Worte zu formulieren um diese immer wieder zu wiederholen. Hier kann es helfen die Gedanken nach einem Wettkampf in Worte zu formulieren z.B. in einem Trainingstagebuch. Dadurch kann man bestimmte Muster selbst analysieren, man erkennt so was funktioniert und was nicht. Ein weiterer Punkt ist, dass man durch Mantras keine Erwartungen an sich setzen sollte, die man nicht erfüllen kann, das kann eher kontraproduktiv wirken und nicht motivierend. Die Befehle aus dem Kopf können nicht umgesetzt werden und das wirkt am Ende nur frustrierend und eben nicht aufbauend. Sich selbst etwas vorgaukeln bringt auch hier nichts, man glaubt ganz tief eh nicht dran. Am Besten ist es die Botschaft aus dem Kopf einfach zu halten und sich auf Dinge zu konzentrieren, die man beeinflussen und auf die man sich verlassen. Beispiele können sein „bleib groß“, „mach dich lang“ “ ruhig atmen“.

Mantras an Situationen anpassen

Nicht jedes Mantra ist für jeden Lauf geeignet. Je nach Lauf oder Einheit sollte man die Mantras an die Situation anpassen. Man muss nicht immer den Geschwindigkeitsteufel in sich entfachen. Manchmal muss es auch locker und einfach sein. So hatte Mona Stochhecke in Frankfurt “ Take it easy“ als Mantra. Aber manchmal läuft es auch einfach und man ist im Flow und das sollte man dann auch einfach genießen, hier können auch ein oder zwei kleine Wörter störend wirken. Das sind Situation bei denen man am besten an gar nichts denkt und den Flow genießt.

Wie weiß ich das es was für mich ist?

Ob die Strategie der Mantras was für dich ist kann man so pauschal nicht sagen, es bleibt wohl nur es auszuprobieren. Eben wie ein neuer Laufschuh muss auch ein Mantra zu einem passen. Am besten ist man testet es einfach mal im Training aus. Man läuft ja auch nicht einen neuen Schuh im Wettkampf ohne ihn im Training getestet zu haben. Wenn ihr euch im Training sch0n nicht auf euer Mantra fokussieren könnt und euch doof dabei vorkommt ist es nicht das richtige und ihr müsst weiter suchen. Ein Mantra muss passen wie der Lieblingslaufschuh.

 

Challenge Walchsee / meine erste Mitteldistanz

Dieses Jahr sollte es endlich soweit sein, meine erste Mitteldistanz. Schon lange stand dieses Vorhaben auf meiner persönlichen to do Liste, eigentlich hatte ich dies schon für 2015 geplant. Aber wie es im Leben so oft ist, kommt es meistens anders und zweitens als man denkt. Durch meine Eisenmangelanemie wurde ich 2015 im Training und in meiner Vorbereitung stark zurückgeworfen und musste das Debüt auf 2016 verschieben. Die Wahl des Rennens fiel mir nicht sehr schwer. Seit Jahren fährt der TV Bad Orb schon zur Challenge Walchsee/ Kaiserwinkel und ich durfte schon zwei Mal die Strecke als  Staffelteilnehmer testen. Die Wettkampfkulisse dort ist einfach nur traumhaft und durch die Unterstützung des Seehotel Brunner sind wir nicht nur optimal untergebracht, sondern können vor und nach dem Wettkampf bei bester Bewirtung auch ein bisschen die Seele baumeln lassen. In meinen Augen die beste Wahl für die erste Mitteldistanz. Am 04. September 2016 sollte es soweit sein.

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Dieses Jahr fanden am Walchsee parallel zur Challenge die Europameisterschaften der ETU statt, so dass dieses Jahr viele Bekannte den Weg Richtung Walchsee fanden, auch der TV stellte eine größere Athletenzahl wie üblich am Walchsee. Freitag morgen begann die Reise. Die Autos wurden beladen und mit zwei VW Busen voller Räder und motivierten Athleten ging es mit großer Vorfreude Richtung Süden. Nach 5 Stunden Fahrt fuhren wir in den kleinen Ort am schönen Walchsee ein. Am Seehotel angekommen erwarteten uns schon viele bekannte Gesichter. Nicht nur viele Athleten waren schon am Walchsee auch unsere heimische Fanbase war angereist. Denn ohne unsere Fans machen Wettkämpfe nur halb so viel Spass und die fahren sogar mit uns an den Walchsee. Bei mir stieg mit der Ankunft auch die Nervosität, jetzt war ich also hier. Die Registration war schnell erledigt und schwups die wups hatte man das Athletenbändchen schon an der Hand und die Startnummer in der Tasche. So richtig konnte ich es noch nicht glauben, dass ich Sonntag eine Mitteldistanz machen würde. Ich war umgeben von vielen erfahrenen Athleten Ironmänner und Frauen, alle schon meisterlich gekürt, da wollte ich mir meine Nervosität natürlich nicht anmerken lassen. Bei kaiserlichem Wetter konnten man sich auch einreden man macht nur Urlaub hier, aber Flucht unmöglich. Samstag ging das Vorwettkamfprozedere los. Wie vor jedem Wettkampf lief ich vor dem Frühstück meine 20min mit kleinen Steigerungen und Lauf ABC und spulte später ein paar Km auf dem Rad ab. Hier überkam mich das erste mal etwas Panik, so gut wie sich das Laufen anfühlte so schlecht lief es beim Radeln. Ich bekam schlecht Luft und hatte kaum Druck auf den Pedalen, so dass sich jeder kleine Anstieg echt zog. Ich konnte mich aber schnell wieder beruhigen. Den Rest des Tages hieß es dann Beine hoch legen und das schöne Wetter auf der hauseigenen Liegewiese genießen. Gegen Abend hieß es dann Räder einchecken und nochmal kurz auf der Pastaparty vorbei schauen um sich noch eine Portion Kaiserschmarrn zu sichern. Was übrigens fast das beste am ganzen Wettkampf ist. Jetzt ist fast alles getan, was zu tun ist. Nur noch einmal schlafen und dann ist es endlich soweit. Eigentlich konnte ich mit einem guten Gefühl in den morgigen Tag starten.Die Vorbereitung lief weitestgehend optimal, das ganze Jahr über konnte ích konstant gute Leistungen abrufen und mich stetig verbessern. Bis auf die langen Laufeinheiten, an denen biss ich mir manchmal noch immer die Zähne aus. Dadurch begegnete ich dem abschließenden Halbmarathon mit ordentlich Respekt. Letztes Jahr durfte ich am Walchsee die 90 km Radfahren in Angriff nehmen, die Vorstellung  danach einen Halbmarathon zu laufen war damals schier unmöglich. Diese Gedanken waren mir immer noch im Hinterkopf geblieben.

Früh morgens klingelte dann schon der Wecker. In Sachen Prerace Vorbereitung lies ich mich da ganz von Flo leiten, er hat da schließlich mehr Erfahrung. Jetzt lief alles automatisch und man hatte gar nicht so viel Zeit nachzudenken. Die Wettkampfbeutel hinlegen, das Rad vorbereiten, nochmal Luft nachpumpen und ganz wichtig nochmal die Laufwege in der Wechselzone anschauen damit ich auch ja weiß wo ich hinlaufen muss. Danach ging es zurück zum Frühstück wo ich mir mit ach und krach zwei Brötchen reinstopfte. Hunger hatte ich keinen, aber ich wusste, ich muss was essen. Danach ging es mit Sack und Pack Richtung Schwimmstart, als erstes war die Eurpameisterschaft an der Reihe. Fast alle Freunde starteten dort. Erst 50 min danach würde ich ins Wasser gehen, das hieß warten, warten, warten. Ich versuchte mich so gut wie es ging abzulenken. Warm machen, Neo anziehen und einschwimmen. Irgendwie war ich aber trotz allem viel zu früh in meinem Startblock mit einer Schwimmzeit von 30-35 min. Das war nicht die beste Idee. Überall roch es nach Pipi, sicherlich nicht nur von den Athleten die um mich standen, sondern auch von dem Startblock der Europameisterschaft. Sport ist schon manchmal widerlich. Nach und nach füllten sich die Startblöcke und pünktlich um 10 fiel dann der Startschuss für den Rolling Start. Selten habe ich so einen entspannten Schwimmstart erlebt. Immer zu Acht stieg man ins Wasser: Keine Schläge, keine Tritte und kein Gerangel um die Ideallinie. So fand ich schnell meinen Rhythmus und stieg nach 34:50 aus dem Wasser. 100 mal besser wie ich es erwartet hätte. Ich war mega happy. Auch beim Wechseln erlebte ich keine Pannen, ich fand auf Anhieb den richtigen Beutel und die Helfer im Zelt unterstützten mich so gut wie sie konnten. Ruck Zuck saß ich auf meinem Rad um mich auf den Weg über die 90 km samt einiger Höhenmeter zu machen. 2 Runden wartete auf mich, die ich versuchte, mir so gut wie es ging einzuteilen. Nicht los fahren wie auf der OD sagte ich mir immer wieder. Das Wetter war super, für mich ein bisschen zu warm, was ich schon schnell auf dem Rad merkte. Ich musste unwahrscheinlich viel trinken und mich kühlen. Die erste Runde lief super und ich fuhr just in time. Auf der zweiten Runde nahm der Wind um einiges zu, was viel Kraft und Energie kostete. Auf dem Weg Richtung Ziel merkte ich schon, dass die Blase etwas zu drücken begann. Aber egal, unter 3 Stunden war das Ziel, check geschafft. Wieder lief alles glatt beim Wechsel und schnell befand ich mich in meinen Laufschuhen auf der Laufstrecke Richtung Fanbase Seehotel Brunner. Dort angekommen wurde ich mit großem Jubel empfangen was mich wahnsinnig pushte. Von der drückenden Blase war nichts mehr zu spüren, ich hoffte, das dies auch so bleibt. Die Laufstrecke über 4 Runden hat es in sich. Auf den 21 km muss man ebenfalls 100 Hhm überwinden. Nach der ersten Runde kurz vor der Wechselzone meldete sich die Blase wieder. Diesmal so, dass sie kaum zu ignorieren war. Wo waren nun die nächsten Dixis? Beim Schwimmstart! Das war noch ein guter km und das Malheur begann. Ich versuchte schneller zu laufen um schneller dort anzukommen, was aber dazu führte, dass das Einhalten immer schwieriger machte und schließlich unmöglich 200m vor den Dixis hatte ich keine Chance mehr. Der Kampf war verloren und ich musste dem Fluss nachgeben. Die Dixis im Auge, Einteiler schnell aus, leichter gesagt als getan. Das nasse Ding wollte einfach nicht runter und nachher auch nicht wirklich an, so dass ich erstmal im Bra los lief und mir das Ding während dem Laufen versuchte an zu ziehen. Die zweite Laufrunde war der Horror. Die Sonne brannte und ich hatte das Gefühl mich einfach nicht kühlen zu können. An dieser Stelle hatte ich mehrmals die Gedanken im Kopf das heute nicht schaffen zu können und begann gegen meinen Schweinehund und die Zeit zu kämpfen. Nur nicht gehen…. ich kämpfte mich jeden Schritt bergauf bergab jeden Km Richtung Ziel. Ich wollte das unbedingt schaffen und siehe da auf einmal zog sich der Himmel zu und ich fing an mich zu fangen. Es wurde besser, endlich regulierte sich die Körpertemperatur und das Gefühl zu kochen lies nach. Die letzte Laufrunde war so fast die beste von allen und Schritt für Schritt näherte ich mich dem Ziel. Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Im Kopf zu realisieren, dass man es gleich geschafft hat, zu merken wie die Glücksgefühle einen Richtung Ziel trugen, das war einfach toll. Dann der rote Teppich der Zielkanal im Blick, der Sprecher rief meinen Namen, der Kopf war leer von Gedanken und voller Freude, als ich die Ziellinie überquerte und die Arme hoch ries. Ich hab es geschafft. In 5:32 schwamm, radelte und lief ich über die Strecke am Walchsse. Schneller als ich mir vorgenommen habe und das wichtigste im Ziel sagte ich nicht, ich tue das nie wieder, denn das war mein Hauptziel, eben diesen Satz nicht zu sagen. Ich genoss den ganzen Tag. Das lachen war mir für den Tag ins Gesicht gemeißelt. Ich war einfach nur happy und gekrönt wurde alles noch als wir erfuhren, dass Flo Europameister in seiner AK geworden ist. Auch die Schmerzen hielten sich in Grenzen, so dass ich durchweg positiv auf meine erste MD zurückblicken kann.

Am Montag morgen reisten wir dann ab und schon auf der Heimfahrt schmiedete ich Pläne für 2017. Ich bin total geflashed und ja ich werde es wieder tun und wieder und wieder und wieder und nun weiß ich, dass die Mitteldistanz die schönste Distanz beim Triathlon ist.

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absolut Kult der Kult Triathlon im Allgäu

Als letzten Vorbereitungswettkampf für die Challenge Walchsee Kaiserwinkel hatte ich mir den Allgäutriathlon in Immenstadt ausgesucht. Ebenso anspruchsvoll wie der Heidelbergman und gespickt mit Höhenmeter auf Laufstrecke und Radstrecke sollte die letzte Power in die Beine kommen um auch auf der anspruchsvollen Mitteldistanz in Tirol bestehen zu können.

Um noch ein paar Höhenmeter in die Beine zu bekommen und uns ausgiebig die Rad- und Laufstrecke anschauen zu könne reisten wir schon eine Woche vor dem eigentlichen Wettkampf ins Allgäu und genossen das tolle Wetter und die Natur. Im Voralpenland lässt sich hervorragend trainieren und auch vom Alltagsstress kann man dort hervorragend abschalten. Von Kuhglocken morgens geweckt starteten wir in jeden neuen Tag und ich war gespannt welche Herausforderung heute auf mich wartete. Im Vorfeld hatte ich einige Hürden zu überwinden, neben falscher Übersetzung auf dem Rad und gerissenem Einteiler zeigte auch eines morgens mein Akku der Di2 nur noch rot statt grün.

Pünktlich zum Wettkampfwochenende stellte sich der für diesen Wettkampf typische Wetterumschwung ein, was mehr Regen und ca.10 Grad weniger bedeutete. Im Netz laß man schon von einer Namensänderung von Kult zu Kalt. Dieses Wetterphänomen  konnten wir schon im letzten Jahr bestaunen als ich mich bei meinem Staffelstart bei 14 Grad Außentemperatur in den Alpsee stürzen durfte. Zum Glück sollte es nicht so schlimm werden.

Durch die zentrale Lage unseres Campingplatzes waren wir morgens schon mitten drin im Wettkampfgeschehen. Die Wechselzone direkt in der Nachbarschaft und der Schwimmstart nur 400m entfernt, machte den morgen um einiges entspannter. Nach dem Frühstück, checkte ich quasi im Schlafanzug mein Rad ein und bereitete alles vor. Bisher blieb noch alles trocken. Durch die verschiedenen Distanzen war mein Start um 9:10, 1:10 nach Flo, was mir die Möglichkeit verschaffte ihn beim Schwimmausstieg zu sehen. Nach dem er schnell und gut aufs Rad gewechselt ist konzentrierte ich mich auf meinen Wettkampf und begann mich warm zu machen. In der Deutschenmeisterschaftswertung fühlte ich mich extrem unwohl, es war ja auch mein erster Start bei nationalen Meisterschaften. Schließlich wollte ich hier nicht auf Titeljagd gehen, sondern nur einen harten Wettkampf machen. Wir Mädels starteten pünktlich um 9:10 alleine in einer Startgruppe, das machte das Schwimmen zu Beginn sehr entspannt, doch nach ca. 900m erreichten wir nach einer Runde im See den Bühler Hafen, in dem sich doch eine Vielzahl der Männer befanden, die in den Startgruppen vor uns waren. Ab hier war es mit dem entspannten schwimmen vorbei. Beim Landgang hatte man das Gefühl anstehen zu müssen und auch danach musste man sich durch zahlreiche Brustschwimmer und langsamere Männer kämpfen. Noch dazu  kam, dass nun auf der langen Geraden Richtung Schwimmausstieg sich das Wetter verschlechterte. Es regnete und auch der Wind nahm enorm zu, wodurch einige Wellen einen durch das Wasser schüttelten.Ich für meinen Teil kam dabei ganz schön aus dem Rhythmus und lies doch einiges an Zeit im Alpsee liegen. Nach dem langen Weg in die Wechselzone, schob ich nach ca. 32 Minuten mein Rad auch raus. Durch die Schwimmzeit war ich doch ein bisschen enttäuscht und musste mich auf dem Rad erst ein bisschen fangen, was doch ein paar Km gedauert hat. Die Zuschauer am Kalvarienberg trugen ihren Teil dazu bei, dass ich nicht wie viele andere bei 17% Steigung  absteigen musste.Erst kurz vor dem Berg in Niedersonthofen merkte ich, dass doch noch was nach vorne geht und fing mich wieder. Ab da lief es wie am Schnürrchen, ich hatte mich in einer Gruppe von Männern festgebissen und machte auch im Damenfeld einige Positionen gut, diese Position konnte ich bis zum Wechsel behaupten. Nach 1:32 wechselte ich in die Laufschuhe. Jetzt wollte ich nur noch einen super Lauf hinlegen, wenn schon schwimmen und radeln nicht optimal lief, wollte ich mir wenigsten zeigen, dass beim Laufen alles stimmt und gab ab den ersten Metern Gas, was sich auch auszahlte, denn auch hier konnte ich Boden gut machen. Die wellige Laufstrecke ist nicht weniger anspruchsvoll wie die Radstrecke. Die Kräfte mussten eingeteilt und ein paar Körner mussten noch für den Kuhsteig aufgehoben werden. Ein ca. 300m langer Anstieg auf dem sonst die Kühe auf die Wiesen getrieben werden mit mehr als 20% im steilsten Anstieg musste man dort hinauf, bis man dann bis Immenstadt die Beine ein bisschen locker machen konnte. Die Stimmung auf dem Marktplatz in Immenstadt war super, angefeuert durch die Fans konnte ich auf den letzten km nochmal richtig Gas geben. Schließlich wusste ich jetzt geht es nur noch ins Ziel. Keine Anstiege mehr, kein Kuhsteig mehr, sondern nur noch nach Bühl ins Ziel. Die letzten Meter waren super. Die Beine fühlten sich gut an. Die Mädels vor mir in Sichtweite doch zu weit weg um sie auf den letzten km einzuholen. Im Ziel angekommen war ich total fertig. Beim Laufen hab ich alles rausgeholt und konnte super zu frieden sein, nie zuvor bin ich bei einem Triathlon eine 46er Zeit gelaufen . Auch auf dem Papier sah es dann besser aus wie erwartet: Mit dem 31. Gesamtplatz und 4. Platz in meiner Altersklasse lag ich weit über meinen Erwartungen. Bei der DM Wertung wäre auch mit Schwimmbestleistung und ein paar Minuten schneller auf dem Rad nicht mehr drin gewesen. Bei allen Höhen und Tiefen während des Wettkampfes so wohl emotional als auch witterungsbedingt, waren immer Zuschauer an der Seite, die wirklich jede/n Starter/in anfeuerten und motivierten. Genau diese Stimmung macht den Kult Triathlon wirklich zum Kult und das schon 34 Jahre.

Im Ziel sah ich dann schon Flo stehen, der leider auf der ersten Runde in einer super Position das Rennen wegen einem Defekt aufgeben musste. Mit ein paar Tagen Abstand haben sich bei uns beiden die Emotionen ein bisschen gesetzt. Ich bin nun mehr als zufrieden mit meinem Wettkampf. Ich wollte einen harten Wettkampf und bekam einen harten Wettkampf. Wir beide blicken nun nach vorne Richtung Challenge Walchsee und sind motiviert zum Saisonabschluss nochmal alles zu geben.

 

 

 

Heidelbergman Heartbreak Triathlon

Nach einer kurzen Verletzung bzw Laufpause durch meine Sehnenscheidenentzündung des Tibialis posterior bekam ich Anfang der Woche das Go vom Arzt wieder voll einstiegen zu dürfen. Wobei ich ja nie eine vollständige Pause gemacht habe, die letzten Wochen waren nur stark vom Radfahren geprägt und weniger vom Laufen. Also fühlte ich mich auch in der Lage am Sonntag beim Heidelbergman an den Start zu gehen. Mittwoch wurden nochmal Bergintervalle geballert, um den Fuß einer Belastungsprobe zu unterziehen. Es war alles im grünen Bereich, also grünes Licht für Heidelberg. Die Vorfreude war groß. Nach vier langen Wochen endlich wieder ein Wettkampf und vom Heidelbergman hatte ich im Vorfeld nur positives gehört. Zwar wusste ich, dass sowohl das Radfahren als auch das Laufen extrem hart sein soll, aber belohnt werden würde man von einer tollen Stimmung in Heidelberg und rund um den Neckar. Für mich sollte das ein erster Belastungstest im Hinblick auf meine erste Mitteldistanz im September werden.

Da der Startschuss in Heidelberg schon um 9:30 fiel, entschieden wir uns unseren T4 zu beladen und schon am Samstag nach Heidelberg zu düsen um doch eine gute Stunde mehr Schlaf ab zu bekommen. Vor Ort konnten wir uns ein erstes Bild von Heidelberg und den Wettkampfort verschaffen und so langsam dämmerte uns wie hart die ganze Sache werden sollte. Zumindest waren wir gut informiert und vorbereitet; so blieb das TT zu Hause und wir reisten mit unseren Rennrädern an, wie 98% des Starterfeldes. Der Wettkampftag an sich fühlte sich extrem entspannend an, vielleicht auch deshalb weil man sich um Zeiten wenig Gedanken machen musste. Ich konnte die Strecke kein Stück einschätzen, einzig und allein, dass es hart wird und ich mir meine Kräfte einteilen muss war mir bewusst. Mit 1,6 km schwimmen, 36km Rad fahren und 10km laufen liest es sich erst wie eine ganz normale Kurzdistanz. Doch auf dem Rad mussten 850hhm und beim laufen 165hhm überwunden werden.

Nach der Wettkampfbesprechung ging es mit den restlichen Starten zu Fuß Richtung Schwimmstart. Der Neckar hatte ordentlich Strömung, was mir doch ein bisschen Respekt einflößte. Nach dem Startschuss versuchte ich mich so gut wie es ging in das Starterfeld einzufügen, jedoch waren die 1,6km geprägt von Tritten und Schlägen wodurch ich nur schwer in einen guten Rhythmus fand. Auch beim Ausstieg musste ich mich mit Händen und Füssen gegenüber den Männern behaupten und krabbelte auf allen vieren die Treppe am Ausstieg hoch. Nachdem ich ein Blick in die Wechselzone werfen konnte stellte sich durchaus ein zufriedeneres Gefühl ein. Erheblich viele Räder standen noch dort, so kam ich unerwartet im vorderen Drittel aus dem Wasser. In der Wechselzone lief alles nahezu perfekt uns so saß ich nach knapp einer Minute auf dem Rad. Über holpriges Kopfsteinpflaster ging es durch Heidelberg; nach 2 km ging es schon bergauf. Anstiege von 14% galt es zu erklimmen und auch wieder bergab zu fahren. Ich hatte von Anfang an kein schlechtes Gefühl in den Beinen und so konnte ich die ungeliebten Berge gut bergauf und auch bergab fahren. Nach 1:28 stellte ich mein Rad wieder in der Wechselzone ab. Einen knappen 24er Schnitt hatte ich noch nie in einem Wettkampf, aber auch die Topstarter bissen sich nahezu am 30 er Schnitt die Zähne aus. Die erste Challenge war geschafft. Nach einem schnellen Wechsel in die Laufschuhe und kurzer Orientierungslosigkeit in der Wechselzone befand ich mich auf dem Weg Richtung Philosophenweg. Am morgen erzählte uns noch der spätere Sieger und Ironman Texas Sieger Patrick Lange, dass das erste Stück so steil wäre das man im gehen fast schneller sei. 12% hieß es von Heidelberg raus zu erklimmen. Genau dort kam mir Patrick schon auf dem Weg Richtung Ziel entgegen und ich erinnerte mich schmerzlich an seine Worte am morgen. Aber ich entschied mich nicht zu gehen und lief das Stück so gut wie es ging mit kleinen Schritten nach oben. Genau auf solche Passagen hatte mich meine Trainerin Nina Vabic in der Woche vorher vorbereitet. Sowohl das Bergauf- als auch das Bergablaufen wurde nochmal intensiv trainiert, was mir an dieser Stelle gut half. Auf den 4km des Philosophenwegs begegneten uns immer wieder Wanderer und Touristen, die an den Aussichtspunkten den Blick über Heidelberg genossen. Für diese Aussicht hatte ich jedoch keine Zeit, ich wollte so schnell wie es ging den Wendepunkt erreichen, denn damit waren die Höhenmeter vollbracht und nach Hause, Richtung Ziel ging es dann nur noch bergab. Jedoch war auch dies nicht so einfach und man darf das Bergablaufen auf keinen Fall unterschätzen. Was im Training als Erholung genutzt wird, diente hier nochmal um Tempo zu machen und die Zeit wieder reinzuholen. Auf dem letzten km Richtung Ziel musste ich ordentlich kämpfen, die Beine waren wie Beton und ich war fix und fertig. Im Ziel merkte ich dann schnell, dass ich meine erwartet Zeit weit unterboten hatte und mit einer 48er Zeit ins Ziel einlief. Mit einem rundherum zufriedenen Wettkampf belohnte ich mich an der Kuchentheke. Mit dieser Leistung hätte ich im Vorfeld nicht gerechnet und stimmt mich mehr als positiv für meine Mitteldistanz. Am Ende kann ich in einem starken Starterfeld einen 18. Platz gesamt und den 2. Platz in meiner Altersklasse verzeichnen. Der Heidelbergman hat mein Herz nicht gebrochen, stattdessen habe ich einen neuen Lieblingswettkampf dazu gewonnen. Tolle Stimmung und Organisation runden den Tag ab. Ein Wettkampf den ich nur empfehlen kann. Schreibt ihn euch auf die To Do Liste.

Jetzt freue ich mich auf meinen letzten richtigen Belastungsblock der dann mit dem Allgäutriathlon in Immenstadt abgeschlossen wird.

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Alle guten Dinge sind drei/ swim bike run

Triathlon, warum Triathlon? Was ist dran an der Zahl 3? Warum swim, bike and run? Momentan begeistert der Triahtlon wie keine andere Sportart. Wenn du auf dieser Welle der Begeisterung mit schwimmst dann verändert es dein Leben und du wiederum veränderst das Leben der anderen. Die Ziellinie eines Triathlons ist ein Ort der Freude und Begeisterung, aber auch des Leid und Schmerz. Aber warum fasziniert uns dieser Sport so, warum lassen wir uns mit jeder Zelle unseres Körper so darauf ein? Für Außenstehende ist es ein Sport für Verrückte. Aber einmal infiziert kommt man nur noch schwer heraus aus dem Kreislauf von swim bike and run. Aber warum zieht dieser Sport tausende Menschen so in den Bann, dass sie teilweise ihr ganzes Leben auf den Kopfstellen? Warum wollen wir alle  einmal ein Ironman sein, auch wir Frauen? Liegt es vielleicht an dieser magischen Zahl 3?

Was ist dran an der Zahl 3: Wikipedia sagt, die Zahl 3 ist eine natürliche Zahl zwischen 2 und 4, ist eine Primzahl und ungerade. Die 3 ist die vierte Zahl in der Fibonacci Folge und die zweite die einmalig ist. Das Dreieck ist die einfachste geometrische Form in der Ebene. Ok das ist nun sehr mathematisch und weckt eher wenig Begeisterung.

Alle guten Dinge sind drei und so erfahren wir unsere Welt in drei Dimensionen. Wir besitzen nur 3 Grundfarben, das reicht um die Welt in Farbe und bunt zu sehen. Auch im Sonnensystem stehen wir an dritter Stelle von der Sonne aus gesehen. Die Zahl 3 ist Teil unseres Lebens, ob man will oder nicht. Die Zahl 3 gilt als eine heilige Zahl. Nach Aristoteles ist die 3 die erste Zahl mit einem Anfang, Mitte und einem Ende. So wird auch der Lebenszyklus oder Jahreszyklus als Dreiheit bezeichnet. Kindheit, Erwachsenheit und Alter, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond, Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit oder Wachstum, Fruchtbarkeit und Vergehen. Die 3 gilt als Inbegriff der Vollkommenheit und ist aus diesem Grund auch heilig.

In der Gesellschaft besteht die kleinste Gruppe aus 3 Personen. Mit 3 Personen kann man eine Mehrheit bilden und gilt somit als sehr dynamisch.

Jeder von uns hat schon mal den Spruch gehört, man sehe aus wie 3 Tage Regenwetter. Oder wer kennt nicht die 3 Affen; nichts sehen, nichts hören und nichts reden. Es gibt die heiligen 3 Könige und auch Christi ist am 3. Tag auferstanden von den Toten . Die Dreifaltigkeit bildet ein wichtiger Grundstein in der christlichen Religion ( Gott aus Vater, Sohn und den heiligen Geist). Jeder tragische Held hat 3 unlösbare Aufgaben zu erledigen und Aschenputtel hat 3 Wünsche frei

Im Sport gibt es 3 Sprung, im Volleyball sind nur 3 Ballübertragungen erlaubt, im Handball darf man maximal 3 Schritte machen und im Triathlon heißt es schwimmen, Fahrrad fahren und laufen.

Die Zahl 3 hat viel magisches und sie zieht sich in unserer Menschheit durch alle Epochen und so im 21. Jahrhundert eben durch den Triathlon. Jede gute Geschichte braucht eben 3 Akte und so halt  swim bike run. Triathlon verbindet die 3 beliebtesten Ausdauersportarten miteinander. Ob genau das die Herausforderung und Fasziniation ausmacht sei dahingestellt. Was einen so an diesem Sport fasziniert muss jeder selber wissen. Aber alle guten Dinge sind eben 3. Der Sport an sich mag sich vielleicht erst einmal sehr verrückt anhören. Aber den Zahlen und Fakten kann man nicht widersprechen. Ein Triathlon steht stabil auf drei Beinen wie ein Stativ. Ob Triathlon magisch oder sogar heilig ist dürft ihr nun für euch entscheiden. Aber komisch ist es schon, dass sich diese große Zahl 3 so oft wiederfindet und so auch in meinem Lieblingssport.

 

 

Darmstadt Woogsprint (750/20/5)

Der erste Ligatermin steht vor der Tür und das diesmal für alle Teams des TV Bad Orbs. Vier Teams an einem Tag, das ist für einen kleinen Verein wie wir es sind eine logistische Meisterleistung, da doch einige von uns immer mal zwischen zwei Mannschaften hin und her springen. Jetzt galt es alle vier Teams gleich stark für die jeweilige Aufgabe aufzustellen, 2mal Regionalliga 2 mal 1. Hessenliga. In Darmstadt warteten auf alle Teams  750m schwimmen, 20 km Radfahren in einem Draftingformat und im Anschluss 5km laufen. Nicht das dies schon schwer genug war plagten uns im Vorfeld Krankheiten und Verletzungspech. Jetzt war taktieren gefragt, schließlich sollte sich keiner zu früh in einer oberen Mannschaft festspielen. So entschieden wir uns jeweils dafür eher schwimmschwächere Leute in die starke Regionalliga zu schicken. Für mich hieß dies, nicht um die Streichwertung zu kämpfen, sondern in der ersten Hessenliga fighten was das Zeug hält und Plätze für eine gute Tageswertung gut zu machen. In unserem Team hatte das Taktieren nämlich die größten Auswirkungen. Nicht nur dass verletzungsbedingt eine starke Athletin fehlte, wir gaben auch noch eine an das Regionalligateam ab und starteten nur zu 3.. So ist das Teamleben eben, einer für alle, alle für einen. Dies war einfach die beste Lösung, als Streichwertung in der Regionalliga hätte ich keinem geholfen. Somit war allen geholfen. Taktik Taktik Taktik. Genau das prägte auch der Wettkampf. In einem Draftingrennen ist die Position nach dem Schwimmen das Wichtigste. Gute Radgruppe vs. schlechte Radgruppe oder sogar allein kämpfen.

Die Trainingswoche war super, aber gefühlt war ich nicht so fit wie in Gelnhausen Anfang Mai. Die hohen Intensitäten beim Laufen zeigten Wirkung und die Beine fühlten sich ein bisschen schwer aufgrund des Trainings der letzten Wochen an. Noch dazu kommt, dass der Woog nicht zu meinen Lieblingsgewässern in Deutschland gehört. Aufgrund seines nicht all zu hohen Wasserstands greift man beim Schwimmen immer wieder in Algen oder Schlamm, das weckt nicht gerade große Freude bei mir auf den Wettkampf. Aber wenn man dann am morgen in die Wechselzone kommt und seine Mädels sieht ist alles grübeln vorbei und man freut sich einfach auf den Saisonstart. So auch diesmal.

Die Hessenligen bekamen den Vortritt und so starteten wir 5 min nach den Jungs mit einem Kopfsprung vom Steg des großen Woogs. Meine Taktik war beim schwimmen wirklich alles geben um eine gute Radgruppe zu erhaschen. Gut zu schwimmen war mir gelungen, nach 13:05 min stieg ich aus dem Wasser. Somit hatte ich die 13. Schwimmzeit in der 1.HL aber eine starke Radgruppe war trotz schnellem Wechsel am Anfang erstmal nicht in Sicht. Bis zum ersten Wendepunkt sammelte ich ein paar Mädels ein. Aber auch wenn man dann in einer Gruppe ist muss man sich erstmal einig sein und zusammen fahren. Da war dann letztendlich das Problem. Die Arbeit in der Gruppe gestaltete sich etwas zäh, so dass sogar am Ende noch eine Gruppe von hinten auffahren konnte. Laut Schwimmzeiten mussten diese 30-40 Sekunden auf uns gut gemacht haben. So nahmen wir in einer riesigen Gruppe Anfahrt auf die Wechselzone. Da ich auf dem Rad doch mehr arbeiten musste wie ich mir vorgenommen hatte, waren meine Laufbeine nicht ganz so frisch. Schnell in die Laufschuhe und ab auf die 5km Strecke um den Woog. Hinter Tinka Uphoff verließ ich die Wechselzone, mir war absolut klar dass ich an den Füßen nicht bleiben konnte und versuchte schnell mein eigenes Tempo zu finden. Solide lief ich die 5km runter. Dank der Anfeuerungen meiner Teamkollegen die auf ihren Schwimmstart warteten und den ein oder anderen Orber Boy auf der Laufstrecke, die mich ein paar Meter mitzogen konnte ich als 7. der 1. HTL und 3. in der AK die Ziellinie nach 1:12:xx überqueren und war mit einer Laufzeit von 21:30 mega happy. So konnten wir am Ende das Tages Platz 8 der Ligawertung erreichen. An das Ergebnis hätte am Anfang des Tages keiner Gedacht.

Bis zum Ende des Wettkampfs hielt das Wetter und wir fuhren mit einem Top Ergebnis für aller Teams nach Hause. Für unseren kleinen TV Bad Orb ein tip top Ergebnis.

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.1.Platz Regionalliga Frauen

6.Platz Regionalliga Männer

8.Platz 1. Hessenliga Männer / Frauen

 

 

 

 

 

Mädelsstammtisch Ein Interview aus der GNZ vom 12.05.2016

„Mädelsstammtisch Team Spessartchallenge“ – O(r)berGeil beim Kinzigtal Triathlon

Fünf Triathletinnen berichten über ihren Lieblingssport und ihren Saisonauftakt beim Kinzigtal Triathlon“

Mit einem Reigen an Podestplätzen setzte die Triathlon-Abteilung des TV Bad Orb ein gehöriges Ausrufezeichen beim Kinzigtal Triathlon in Gelnhausen.

Mit Julia Ertmer (Gesamtsiegerin, 1. Altersklasse W30), Katharina Kreit (Platz 6, 3. Altersklasse W30), Elisabeth Hilfenhaus (Platz 11, 3. Altersklasse W30), Hannelore Heinl (Platz 31, 2. Altersklasse W50) und Dana Wagner (Gesamtzweite, 2. Altersklasse W30), die in der nahenden Liga-Saison das Damenteam ergänzt, konnten alle angetretenen weiblichen Athletinnen in ihren Altersklassen aufs Treppchen klettern. In der Altersklasse W30 stellten Ertmer, Wagner und Kreit sogar das komplette Podium, was im Hinblick auf den Ligaauftakt in Darmstadt Anfang Juni große Hoffnung macht.

Im folgenden Interview stellen die einzelnen Athletinnen ihre Herangehensweise an den Triathlon vor und geben Einblicke in ihren Lieblingssport.

Julia, Dana, Katharina, Elisabeth und Hannelore, jeder von euch war auf dem Podest. Was ist das für ein Gefühl, bei einem Triathlon nach 500m Schwimmen, 25km Radfahren und 5km Laufen auf dem Podest zu stehen?    

Julia Ertmer: Es ist jedes mal wieder ein gutes Gefühl, eine Ziellinie zu überqueren. Weil man weiß, dass man es geschafft hat! Sei es nach einem Sprint oder nach einer Langdistanz.  Wenn das dann sogar noch mit einem Sieg belohnt wird, ist es natürlich umso schöner.

Dana Wagner: Es ist natürlich toll, auf dem Podest zu stehen, aber viel wichtiger ist mir, dass ich mit meiner eigenen Leistung zufrieden bin. Dass ich weiß, dass ich an dem Tag das Bestmögliche herausgeholt habe. Wenn andere dann schneller waren, ist das gleichzeitig Ansporn, besser zu werden.

Katharina Kreit: Natürlich ist das ein gutes Gefühl. Viel wichtiger war mir aber Spaß zu haben und gut in die neue Saison zu starten. Aber die größte Zufriedenheit auf meiner Seite war, dass ich meine guten Trainingszeiten im Wettkampf bestätigen und meine Erwartungen an mich erfüllen konnte. Das Podest ist dann nur das „i-Tüpfelchen“.

Elisabeth Hilfenhaus: Klar ist es ein schönes Gefühl einen Platz auf dem Podium zu erreichen. Gerade mit meinen kleinen 1,60m ist es immer schön, ein paar Zentimeter höher zu stehen.

Hannelore Heinl: Mit regelmäßigem Ausdauersport habe ich erst mit Ende 30 angefangen, mein Rennrad hat mir mein Mann zum 42. Geburtstag geschenkt. Den ersten Triathlon habe ich mit 44 angetreten. Das Kraulen habe ich auch erst zu dieser Zeit gelernt. Da ist es schon absolut was Besonderes für mich, es auf das Treppchen zu schaffen.

Alles in allem haben die Damen des TV Bad Orb einen erfolgreichen Start ins Triathlonjahr 2016 hingelegt. Elisabeth, dein ursprünglicher Heimatverein SV Gelnhausen richtet das Rennen aus. Ist es ein besonderes Gefühl, vor heimischer Kulisse zu starten?

Elisabeth Hilfenhaus: Ich persönlich finde es besonders schön, bei einem Triathlon an den Start zu gehen, den der Verein ausrichtet, bei dem alles für mich begonnen hat. Der Kinzigtal Triathlon wird für mich jedes Jahr zu einem besonderen Erlebnis. Die gewohnte Umgebung, sowie die bekannten Gesichter der Streckenposten auf Rad- und Laufstrecke, die meinen Namen rufen und mich anfeuern, machen die ganze Veranstaltung zu einem gelungenen Saisonstart. Bei keinem anderen Triathlon kenne ich so viele Zuschauer, Athleten und freiwillige Helfer, die mich unterstützen.

Aber auch für eine „waschechte“ Orberin ist es ein Heimrennen mit besonderen Emotionen, Hannelore?

Hannelore Heinl: Vor jedem Wettkampf bin ich das reinste Nervenbündel, aber in Gelnhausen bin ich absolut am meisten aufgeregt, da dort so viele Bekannte zuschauen.

Julia, du bist mit deinem Europameister- und Hessenmeistertitel im Duathlon bereits erfolgreich in die Wettkampf-Saison gestartet. Sind die Abläufe also bereits automatisiert? Beschreibe den Lesern mal, wie so ein Rennmorgen abläuft.

Julia Ertmer: Ich bin immer circa zwei Stunden vor dem Start am Wettkampfort, um entspannt die Startunterlagen zu holen, das Rad fertig zu machen und alles in die Wechselzone einzuchecken. Die Handgriffe in der Wechselzone sind so langsam tatsächlich routiniert. Etwa 45 Minuten vor dem Start laufe ich mich ein, um dann gut aufgewärmt an der Starlinie zu stehen.

Katharina, dies war dein erster Start in Gelnhausen. War das eine besondere Anspannung vor dem Start?

Katharina Kreit: Logo, aber auch Freude. Für uns Orber ist Gelnhausen ja immer der Start in die neue Triathlonsaison. Man trifft immer alte Bekannte, Freunde und viele Teamkollegen. Da will man sich natürlich keine Blöße geben. Außerdem ist Gelnhausen immer stark besetzt und ist eine gute Standortbestimmung für die kommende Saison.

Hannelore, in deinem Rennkalender ist Gelnhausen seit Jahren „gesetzt“. Von Julia Ertmer hat man bereits lesen können, dass sie viel Zeit investiert, um so erfolgreich zu sein im Triathlon. Nun hast du in deiner Altersklasse ebenfalls auf dem Podest gestanden. Wie viel Zeit investierst du wöchentlich für deinen Lieblingsport?

Hannelore Heinl: Neben Vollzeitjob, Vierpersonenhaushalt, Haus und Garten bleibt nicht so viel Zeit. Radfahren wöchentlich ca. 5 bis 7 Stunden, davon eine lange Strecke am Wochenende. Laufen gehe ich meistens vor der Arbeit zweimal pro Woche. Schwimmen außerhalb der Freibadsaison „nur“ zweimal wöchentlich. Insgesamt sind das im Winter- bzw. im Frühjahr um die 7-10 Wochenstunden. Im Sommer wird das schon etwas mehr, bis zu 14 Stunden. Da gehe ich vor der Arbeit noch zusätzlich ein- bis zweimal zum Frühschwimmen im Orber Freibad. Das alles klappt aber mit Familie nicht immer so wie man das gerne hätte, deshalb nutze ich Feiertage und Urlaub für Sondertrainingseinheiten. Im Urlaub machen mein Mann und ich dann täglich Sport.

Katharina, mit deinem 6. Platz bestätigst du eine gute Form. Beschreibe deinen Trainingsalltag und wie du das Spagat zwischen Beruf und ambitioniertem Triathlonsport hinbekommst?

Katharina Kreit: Das ist gar nicht so schwer. Wichtig ist, dass man es gerne tut. Natürlich muss man sich gut organisieren, hierbei helfen mir sportfreundliche Arbeitszeiten als Physiotherapeutin und mein Umfeld, was mich tagtäglich unterstützt. Aber Schwimmen, Radfahren und Laufen muss man am Ende doch selbst. Unter der Woche stehen neben meiner Arbeit dann täglich eine Einheit auf dem Plan, am Wochenende dann auch mal zwei. Am liebsten würde ich natürlich mehr trainieren, aber das Ganze muss eben auch finanziert werden.

Klingt fleißig, Katharina. Was kann das Team von dir diese Saison noch erwarten?

Katharina Kreit: Was ich diese Saison leisten kann, vermag ich jetzt noch nicht zu sagen, da bin ich selbst gespannt. Dank der Trainingspläne von Nina Vabic konnte ich mit einem gezielten und strukturierten Training eine wahnsinnige Leistungssteigerung im letzten Jahr erzielen. 2015 war dementsprechend eine Wundertüte voller persönlicher Erfolge. Natürlich hoffe ich auf ein ebenso gutes Jahr in 2016. Aber auf jeden Fall kann das Team maximalen Einsatz, Kampfgeist und Freude an meinem Lieblingssport von mir erwarten und bekommen.

 Julia und Elisabeth, ihr seid im letzten Jahr Teil der Bundesligateams des TV Bad Orb gewesen und durftet gegen Olympiateilnehmer antreten. Der sofortige Abstieg nach nur einer Saison war für das bis dahin Erfolg verwöhnte Team ein Dämpfer. Könnt ihr dem Projekt „Bundesliga“ im Nachhinein dennoch ganz persönlich etwas abgewinnen und für euch etwas mitnehmen auch für die kommende Saison?

Julia Ertmer: Die Erfahrung, mit Topathleten an der Startlinie zu stehen, war einfach einmalig. Die ganze Atmosphäre bei den Rennen war sehr professionell. Das machte jedes Rennen zu einem ganz besonderen. Ich habe viele Erfahrungen und vor allem, Erlebnisse sammeln können, die man für immer behalten wird.

Elisabeth Hilfenhaus: Trotz des Abstiegs in der letzten Saison, bleiben mir ganz viele Erinnerungen an eine Zeit, die sehr aufregend war. Gemeinsam mit dem Team zu Bundesliga-Wettkämpfen in ganz Deutschland zu fahren, hat mir gezeigt, dass Triathlon Menschen zusammenbringen kann. Mit Profitriathleten an der Starlinie zu stehen, war für mich persönlich ein große Ehre. Ich konnte viele sportliche Erfahrungen auf einer anderen Ebene machen, die ich natürlich in die kommende Saison mitnehme. Hierzu zählt vor allem das Schwimmen in einem großen Pulk und der Umgang mit Misserfolg.

Dana, du stößt diese Saison neu zu den erfolgreichen Mädels vom TV Bad Orb hinzu. Mit Julia Ertmer und dir sind die beiden ersten des Damenfeldes in einer Mannschaft vereint. Was sind deine Erwartungen an die Liga-Saison mit dem Team?

Dana Wagner: Ich erhoffe mir eine Menge Spaß mit dem Team und freue mich darauf, dass wir in der Regionalliga zeigen können, was wir drauf haben. Ich kenne zwar das Niveau in der Regionalliga hier noch nicht, aber ich denke, dass wir gute Chancen haben, ganz vorne mitzumischen. Es wäre super, wenn wir voneinander profitieren könnten und uns gegenseitig pushen.

Beide Liga-Teams der Damenabteilung des TV Bad Orb treten am 5. Juni beim Darmstädter Woogsprint beim Ligaauftakt an. Die erste Mannschaft hofft auf eine ähnlich gute Saison wie 2014, als mit der Meisterschaft in der Regionalliga Mitte der Aufstieg in die erste Triathlon Bundesliga gefeiert werden konnte. Und auch das zweite Team erhofft sich gute Chancen und tritt nach dem Aufstieg im letzten Jahr in der höchsten hessischen Triathlon Liga an.

Kinzigtaltriathlon, das erste Mal dieses Jahr swim bike run

Am ersten Mai Wochenende fällt, wie jedes Jahr, der Startschuss zur neuen Triathlonsaison und dies erfolgt für die Starter des Team  Spessartchallenge traditionell in Gelnhausen beim Kinzigtaltriathlon. So auch in diesem Jahr. Ich war bislang immer nur als Zuschauer in Gelnhausen am Start, doch dieses Jahr sollte es meine Primäre werden. Bislang habe ich mich immer davor gedrückt vor heimischer Kulisse zu starten. Vieles hat mich daran gehindert wie zum Beispiel die Ein- und Ausfahrt in die Wechselzone. Aber dieses Jahr wollte ich endlich mit meinen Teamkollegen in die Saisonstarten.

Das Wetter war perfekt gemeldet und unsere neuen Wettkampfeinteiler wurden auch noch pünktlich fertig. Also war alles perfekt für das erste Mal swim, bike and run 2016. Am Wettkampftag war eigentlich alles wie immer. Aufstehen, Frühstücken, Sachen packen und Sachen im Auto verstauen. Fertig und ab geht’s. In Gelnhausen angekommen verging die Zeit wie im Flug. Man trifft ständig Bekannte, Teamkollegen und Freunde. Nervös war ich trotzdem. Ich hab im Winter gut trainiert und genau das wollte ich zeigen. Im Kopf bastelte ich mir eine Top 10 Platzierung zusammen und baute mir somit ordentlich Druck auf. Aus lauter Nervosität verlor ich 3 mal auf dem Weg von der Wechselzone Richtung Schwimmbecken die Schwimmbrille, so hatte ich mir das warm laufen gespart.

Um 9:25 fiel dann der Startschuss. Im Vorfeld zeigte mir schon die Bahneinteilung, dass ich wohl keine Füße finden werde an die ich mich hängen konnte und so war es auch. Wie so oft landete ich auf einer schwachen Bahn und ich versuchte alleine meine 500m so schnell wie es ging hinter mich zu bringen. Beim Ausstieg wagte ich einen kleinen Blick Richtung Uhr und konnte doch zufrieden sein. Knapp über 9 min. waren doch für das wenige Schwimmtraining nicht all zu schlecht. Der Wechsel verlief reibungslos und so saß ich schnell auf meinem Fahrrad. Jetzt wollte ich zeigen, wie hart ich im Winter trainiert hatte. So verlief der erste Teil der Radstrecke mehr als optimal, ich sammelte ein Mädel nach dem anderen ein und arbeitete mich bis auf Platz 6 vor, hatte zeitweise sogar Blickkontakt zu Platz 5. Auf dem Rückweg nach Gelnhausen hab ich aber irgendwie Zeit liegen gelassen und wurde noch von zwei Mädels eingeholt. So fuhr ich auf Platz acht nach 48 min in die Wechselzone. Ein schneller Wechsel ermöglichte mir auf Platz 6 wieder die Wechselzone zu verlassen, schnell wurde ich jedoch wieder eingeholt. Der Lauf gestaltete sich extrem hart. Die Strecke lag in der prallen Sonne und die Luft stand, wodurch mir zeitweise die Luft ausging. Zum Glück ging es nicht nur mir so und ich konnte so noch einen Platz auf der Laufstrecke gut machen. Die Ziellinie konnte ich so als 6. Overall und 3. . in meiner AK überqueren. Insgesamt ein Tag nach Plan. Das Ergebnis lässt mich zuversichtlich in die neue Saison schauen und motiviert mich weiter hart zu arbeiten um mich stetig zu verbessern.

 

My Way. Wie alles begann. / der erste Triathlon und eine Schwimmwette.

An meinen ersten Triathlon kann ich mich ganz genau erinnern. Ich war nervös ohne Ende, die Vorbereitung war eher mässig und mein Equipment zusammen gebastelt und ausgeliehen. Anfang September, genau am 6. September 2012 begann mein Leben als Triathletin. Heute ist da für mich schon die Saison vorbei, damals fing es gerade erst an. Am Alzenauer See beim Volkstriathlon wurde mein eigenes Triathlonfeuer entfacht. Aber wie kam es dazu?

Sportlich hab ich schon einiges gemacht; turnen, tanzen, Handball und Skifahren standen schon auf meiner Liste. Aber wie das so ist, die Umgebung und das Elternhaus prägen einen und ein Ausdauersportler geschweige denn ein Triathlet, hatte sich in mein Umfeld als Jugendlicher nie verirrt. Ich hörte von Menschen die Marathon oder Halbmarathon liefen aber von Triathleten hatte ich im beschaulichen Vogelsberg noch nie gehört. Nach dem Umbau unseres Schwimmbades in ein Spassbad existierte kein Schwimmverein mehr, Leichtathletik wurde eher stiefmütterlich im Sommer von Turnern bestritten und Rennrad fuhren nur alte Männer, so mein Bild der 3 Sportarten bis zu meinem Umzug nach Offenbach.

2009 änderte sich mein Leben enorm. Ich wurde erwachsen. Meine Ausbildung lag hinter mir und beruflich musste ich nach Offenbach am Main ziehen. Dieser Umzug änderte vieles. Auf einmal hatte ich eine Marathoni, eine Mountainbikerin und einen Triathlet als Arbeitskollegen und ich musste durch eine alte Verletzung das Handball spielen aufgeben. Anfangs versuchte ich mich alternativ im Fitnessstudio fit zu halten. Aber ich merkte schnell, dass sowas nicht ganz mein Ding ist. Irgendwas musste ich finden, ich habe schon immer Sport gemacht, so einfach fit halten ist einfach nicht mein Ding. Ich brauche ein Ziel und vor allem Struktur. Durch meinen Bruder und durch meine Arbeitskollegin Lotte kam ich mit dem Mountainbike in Kontakt. Auf ihrem alten Esel lernte ich die Trails im Taunus zu bezwingen und kam das erste mal so richtig mit einem Ausdauersport in Kontakt. Durch sie lernte ich die Liebe zum Radfahren kennen. Es folgte mein erster Wettkampf und da war die Motivation und der Ehrgeiz war geweckt. Auch in meinem Patientenumfeld tummelte sich auf einmal Marathonis und Triathleten. Zwei von ihnen sind heute Teamkollegen/innen. Nun lässt sich die Brücke zum Triathlon leicht schlagen 😉

Mein Triathloneinstieg hab ich besonders meiner damaligen Patientin und heutigen Freundin Aldona zu verdanken. Ihr Laster, das Rauchen bescherte mir meinen ersten Schwimmunterricht. Grundlage dafür war eine Wette, 1000m kraulen gegen Nikotinentzug. Da war ich sofort dabei. Ich stellte mich dieser Aufgabe, mit Freude und Begeisterung. Rauchen find ich sowas von unsinnig. Ich war motiviert und sie schlug zwei Fliegen mit einer Klappe. In einer heimtückischen Verkupplungsaktion lernte ich an einem Abend in einer Offenbacher Pizzeria, meinen Schwimmtrainer und heutigen Freund kennen. Durch das morgendliche Training waren die nächsten Dates gesichert. Ich war mega motiviert und strengte mich ordentlich an und nach 6 Wochen konnte ich 1000m kraulen. Die Wette war geschafft. Aber Aldona, noch mitten in ihrer Kreuzbandrisskrise und noch nicht annähernd soweit das rauchen aufzuhören, wie ich mit schwimmen, benötigte noch mehr Zeit. Also musste eine neue Aufgabe her und alle waren der Meinung ,es wäre Zeit für einen Triathlon. Ich zweifelte noch ein wenig am meiner Triathlonkarriere und so wurde ich auf eine kleine Reise eingeladen. Zielort Rothsee, Langdistanz Challenge Roth. Ein Freund und ebenfalls Patient machte sich dort auf die lange Reise von 3,8km Schwimmen 180km Rad fahren und 42km laufen und ich/ wir waren das Supporterteam. Flo erhaschte noch einen Platz in einer Staffel als Schwimmer und so war ich auf einmal mitten drin. In Roth im Herzen des Triathlons. An diesem Wochenende geschah es dann, am Fuße vom Solarer Berg bei strahlendem Sonnenschein wurde das Triathlonfieber entfacht. Dieses Erlebnis, diese Energie und der Spirit an diesem Tag bereiten mir immer noch Gänsehaut. Das war der erste Triathlontag in meinem Leben.

Danach fing ich an zu trainieren: schwimmen, Rad fahren und laufen. Der Sommer war schon im vollen Gange und um einen Volkstriathlon zu schaffen musste ich noch ein bisschen trainieren. Wann war ich bereit? Wie fit muss man sein um sowas zu schaffen? Im August schaute ich dann, was bei mir so in den nächsten Wochen traithlonmässig so los ist. Ich wollte auch unbedingt eine nicht so große Veranstaltung für meine Debüt, die Angst mich zu blamieren war doch sehr groß. Am 6. September 2012 beim Alzenauer Triathlon  war es dann soweit, 550m Schwimmen im See, 20km Rad fahren und 5km laufen. Mein erster Triathlon, es war unfassbar hart aber es hat auch wahnsinnig Spaß gemacht. Aldona war natürlich als mein ganz persönlicher Fan dabei. Schließlich war sie ja auch irgendwie verantwortlich für alles, durch ihre besondere Art mit einer gewissen Leichtigkeit und Freude diesen Sport zu betreiben, hat sie mich infiziert.Ab da begann meine Triathlonreise bis heute. Die Ziele wurden immer ein bisschen größer und ich wurde immer ein bisschen bessern. Dieses Jahr stelle ich mich einer neuen Herausforderung, der Mitteldistanz. Aber der erste Triathlon bliebt mir immer in meinem Kopf und bleibt was besonderes.