Mantras: laufen mit dem kleinen Mann im Ohr

Wer kennt das nicht, oder wer macht das nicht? Ich führe bei harten Einheiten regelmäßig Selbstgespräche und versuche mich positiv zu verstärken. Meistens sind es Gedanken aus Situation in denen es gut lief oder ich etwas schon mal erreicht habe. Aber nicht nur ich tue dies ganz unbewusst und automatisch, auch Profiathleten wie Mona Stochhecke oder Marathon Rekordhalterin Deena Kastor führen immer wieder Selbstgespräche während ihrer Einheiten oder Wettkämpfe. Dies ist jedoch keine Eigenheit, bei der man nicht alle Tassen im Schrank hat, sondern eine psychologische Strategie, die einen motivieren und beflügeln soll. Besonders in Situation in denen es hart wird oder mal nicht so läuft können einen solche Mantras wieder aufbauen und helfen sein Ziel zu erreichen.

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Für eine neue Bestzeit muss auch der Kopf stimmen

 

Jeder muss sein eigenes Mantra finden, aber wie?

Erstmal was sind eigentlich Mantras? Mantras sind kurze und kleine Powersätze, die man immer wieder leise in seinem Kopf wiederholen kann. Manchmal sind es Sätze, aber auch nur ein einziges Wort kann als Mantra dienen. Hauptsache ist, sie motivieren dich und helfen dir fokussiert und konzentriert im Wettkampf oder im Training zu bleiben. Sie sollten dich zu so beflügeln  und aufbauen, dass es dir auch in schlechten Situation hilft nicht aufzugeben und dein Ding durchzuziehen.

Wie man sein Mantra findet ist gar nicht so schwer, dafür muss mein kein Dichter oder Denker sein. Viele begegnen uns im Alltag und bleiben schon fast automatisch im Kopf. Als Mantra können aufbauende Wort vom Trainer oder Trainingspartner fungieren, aber auch bestimmte Liedzeilen aus Songs die du gerne hörst. Oder sie begegnen dir einfach so. In Jügesheim lief ein Mädchen mit einem T- Shirt vor mir auf dem der Satz  “ don´t run fly“ stand. Der Satz prägte sich sofort in meinem Kopf ein. An diesem Tag war dies mein Mantra was mich zu meiner neuen Bestzeit beflügelte. Im wahrsten Sinne wollte ich fliegen anstatt zu laufen. Beim Bilden von Mantras gibt es keine Regeln und Gesetze, das innere Gefühl und die Einstellung zu den Worten muss stimmen. Ein Mantra soll ein ganz bestimmtes Gefühl vermitteln; ein Gefühl, das einen beflügelt. Bei den falschen Worten funktioniert das nichts, sie bringen einen nicht weiter.

Wenn man immer noch nicht weiß wie man zu seinem Mantra kommt kann man auch auf alte Erinnerungen zurückgreifen, Gefühle aus Situationen in denen es gut lief und man Erfolg hatte. Diese abgespeicherten Gefühle kann man dann wieder und wieder hervorrufen und versuchen in starke Worte zu formulieren um diese immer wieder zu wiederholen. Hier kann es helfen die Gedanken nach einem Wettkampf in Worte zu formulieren z.B. in einem Trainingstagebuch. Dadurch kann man bestimmte Muster selbst analysieren, man erkennt so was funktioniert und was nicht. Ein weiterer Punkt ist, dass man durch Mantras keine Erwartungen an sich setzen sollte, die man nicht erfüllen kann, das kann eher kontraproduktiv wirken und nicht motivierend. Die Befehle aus dem Kopf können nicht umgesetzt werden und das wirkt am Ende nur frustrierend und eben nicht aufbauend. Sich selbst etwas vorgaukeln bringt auch hier nichts, man glaubt ganz tief eh nicht dran. Am Besten ist es die Botschaft aus dem Kopf einfach zu halten und sich auf Dinge zu konzentrieren, die man beeinflussen und auf die man sich verlassen. Beispiele können sein „bleib groß“, „mach dich lang“ “ ruhig atmen“.

Mantras an Situationen anpassen

Nicht jedes Mantra ist für jeden Lauf geeignet. Je nach Lauf oder Einheit sollte man die Mantras an die Situation anpassen. Man muss nicht immer den Geschwindigkeitsteufel in sich entfachen. Manchmal muss es auch locker und einfach sein. So hatte Mona Stochhecke in Frankfurt “ Take it easy“ als Mantra. Aber manchmal läuft es auch einfach und man ist im Flow und das sollte man dann auch einfach genießen, hier können auch ein oder zwei kleine Wörter störend wirken. Das sind Situation bei denen man am besten an gar nichts denkt und den Flow genießt.

Wie weiß ich das es was für mich ist?

Ob die Strategie der Mantras was für dich ist kann man so pauschal nicht sagen, es bleibt wohl nur es auszuprobieren. Eben wie ein neuer Laufschuh muss auch ein Mantra zu einem passen. Am besten ist man testet es einfach mal im Training aus. Man läuft ja auch nicht einen neuen Schuh im Wettkampf ohne ihn im Training getestet zu haben. Wenn ihr euch im Training sch0n nicht auf euer Mantra fokussieren könnt und euch doof dabei vorkommt ist es nicht das richtige und ihr müsst weiter suchen. Ein Mantra muss passen wie der Lieblingslaufschuh.

 

Thoni Mara ( made in Germany)

„Thoni Mara made in Germany“.  Durch meinen Freund bin ich auf diese bunte Marke aufmerksam geworden. Seit diesem Jahr wird Florian von Thoni Mara im Bereich Laufen unterstütz und war vom ersten Tragen absolut begeistert von Passform und Trageeigenschaften. Das machte mich neugierig: was er gut findet, muss ich zumindest auch einmal testen. Made in Germany ist ja ein absolutes Qualitätsmerkmal, aber wo findet man denn das eigentlich noch? Viele Marken produzieren in Asien und anderen Billiglohnländern. Aber bei Thoni Mara wird noch ganz traditionell im sächsischen Erzgebirge produziert und zwar alles. Für mich war das ein besonderer Grund diese kleine, aber feine Marke mal genau unter die Lupe zu nehmen. So fragte ich an, ob ich nicht mal ein/ zwei Produkte testen könne.

Zu Thoni Mara selbst

Thoni Mara hat sich mit der Produktion von Laufklamotten ganz auf die Bedürfnisse der Läufer eingestellt. Aber wer ist eigentlich Thoni Mara?  Der Name stammt nicht etwa wie man vermuten könnte von dem Begründer der Firma ab, sondern ist ein Wortspiel aus der Bezeichnung des Marathonläufers, der auch Marathoni genannt wird und verschreibt sich eben genau dessen Bedürfnissen. 2007 wurde diese noch junge Marke von Christian Schwab, selbst Marathonläufer, gegründet. Das damalige Ziel war es, ein Shirt zu entwickeln, dass durch herausragende Funktionalität überzeugt, aber auch im Design den großen Marken um nichts nach steht. Produziert wird alles in Jahnsbach im Erzgebirge, früher Hochburg der Strumpfindustrie in Deutschland und genau diese Kenntnisse machte man sich für die Entwicklung jenes Shirts zu eigen. Hauptmerkmal von Thoni Mara ist, dass die Klamotten komplett nahtlos hergestellt werden und mit 10 hochmodernen Rundstrickmaschinen produziert werden. Die Färberei, die den Klamotten dann die bunten und leuchtenden Farben verleihen, sitzt ebenso in Deutschland, was ökologische Arbeitswege mit geringer Umweltbelastung bedeutet..

Stoffe und Eigenschaften

Der Stoff mit denen Thoni Mara arbeitet ist ein 2 lagiges Jersey aus 60% Polyamid 35% Polypropylen und 5% Elasthan. Dieses Fasergemisch ist besonders gut geeignet für die Herstellung von Laufbegleitung. Die Polypropylenfasern liegen auf der Innenseite, sind hydrophob und haben somit die Eigenschaft kein Wasser auf zu nehmen. Der Feuchtigkeitsabtransport wird dann durch die Polyamidfasern gewährleistet. Dieses System zeichnet sich somit durch eine schnelle Rücktrocknungseigenschaft aus. Zusätzlich haben diese Fasern noch eine antibakterielle Funktion, was einer Geruchsbildung vorbeugt und die Klamotten für längeres tragen eignet. Die Art der Verarbeitung ist komplett nahtlos. Die Shirts und Hosen werden sozusagen rundgestrickt, wodurch keine Nähte entstehen. Was für einen besonders angenehmen Tragekomfort sorgen soll und  für eine enorme Elastizität in alle Richtungen sorgt. DCIM100MEDIA

 

T- Shirt Sommer Preis 44,95 Euro

Shirt Eigenschaften: 60% Polyamid 40% Polypopylen

Beschreibung von Thoni Mara: High Tech Faser NILIT Breeze, hoher UV Schutz, kühlender Effekt, geringes Gewicht und Packmaß

Mein Eindruck: Schon beim ersten auspacken fühlte sich das Shirt sehr angenehm an, der Stoff ist sehr weich und dünn. Beim Testen der Elastizität zeigt sich dass das Shirt extrem dehnbar in alle Richtungen ist und man keine Nähte sieht. Beim ersten Lauf konnte ich keinen direkten Kühlungseffekt feststellen, jedoch hatte ich das Gefühl das sich die Wärme nicht so staute. Dieses Gefühl blieb auch noch bei großer Hitze. Reibestellen blieben komplett aus und ich hab gerne mal wunde stellen unter der Achsel. Nach langen und anstrengend Einheiten stellte ich beim Ausziehen zwar fest, dass sich das Shirt feucht anfühlte, aber ein Nässegefühl auf der Haut habe ich während des Laufens nie bemerkt. Auch von Schweißflecken war nie eine Spur. Die Stoffquallität hat bis heute kein bisschen nachgelassen. Es hat sich kein Faden gezogen und kein Fussel gebildet, was man schnell bei so einem dünnen Sotff denken könnte. Auch im Winter trage ich das Shirt sehr gerne beim Rad fahren oder Laufen als eine Art Unterhemd. Das ist zwar nicht seine Funktion aber klappt trotzdem prima. Der Geruch wird durch die speziellen Fasern minimiert und man kann es wirklich bei mehren Einheiten tragen, aber waschen muss man es trotzdem irgendwann.

Fazit:Für mich ein tolles Shirt, was ich den ganzen Sommer auf Herz und Nieren prüfen durfte. Esist nicht nur beim Laufen, sondern in vielen sportlichen Bereichen einsetzbar. Auch der Preis ist für mich gerechtfertigt, da die Qualität zu 100% stimmt und man lange Freude an den Klamotten haben wird. Auch“ made in Germany“ muss wieder ein bisschen subventioniert werden.

Das zweite Produkt war die Speed Pant für 114Euro

Eigenschaften: Polyamid 82% Polyehtan 18%

Beschreibung durch Thoni Mara: geringes Gewicht und Packmaß (50g/m²)  Teflonbeschichteter Stoff schmutz /ölabweisend, Schutz vor Wind und Regen

Mein Eindruck: Für mich jetzt keine spezielle Laufhose, da ich es beim Sport eher eng mag. Aber bei Wettkämpfen vorher und nachher ein toller Begleiter. Auch bei meiner Arbeit als Physiotherapeutin habe ich die Hose sehr oft an. Egal wie man sie in eine Tasche knautscht, sie findet immer ein Plätzchen, da man sie winzig klein zusammen falten kann und am Ende kommt sie auch faltenfrei wieder raus. Die schmutzabweisende Funktion zeigt sich im Alltag als sehr sinnvoll,bspws beim Camping und Zeltaufbauen, lassen sich Staub und Dreck einfach rausschütteln und setzten sich nicht in die Fasern. Auch andere Flecken lassen sich einfach mit einem feuchten Tuch entfernen. Für mich als Fleckenmonster ein absoluter Hit. Ansonsten hat die Hose eine tolle Trageeigenschaft, wodurch sie nicht nur vor/ nach Wettkämpfen und im Urlaub, sondern auch in meinem Beruf als Physiotherapeutin zum Einsatz kommt, zugleich sie auch nicht wie übliche Jogginghose ausschaut.

Fazit: Für mich der absoluter Allrounder von den zwei Produkten, sowohl im Alltag als auch im Sport hat mich die Hose total überzeugt und kommt regelmäßig zum Einsatz. Den Preis finde ich absolut gerechtfertigt und im Vergleich mit änlichen Produkten anderer Anbieter liegt die Hose im Mittelfeld.

Ich bedanke mich recht herzlich bei Thoni Mara für die Klamotten, die ich auch nach dem Test behalten durfte und war überrascht, wie funktionell durchdacht diese kleine Marke doch ist. Mich hat sie überzeugt und ich schreibe diesen Test ehrlich und mit bestem Wissen und Gewissen. Auch nach diesem Test werde ich nicht von Thoni Mara gesponsert oder unterstützt.

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Schlappeseppelmaktplatzlauf

Heute bin bin ich einfach mal ein bisschen faul. Momentan hab ich einfach einiges um die Ohren, so das ich einfach mal andere schreiben lasse. Hier der Bericht aus der GNZ über unseren 10er letzten Samstag

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Und hier aus dem Gelnhäuser Tageblatt vom Donnerstag 21 April 2015. Der war etwas schlecht zu fotografieren da er so lang war.

Insgesamt kann ich nur sagen war es ein super schöner Lauf über 5x2km durch die Altstadt von Groß Ostheim. Mich hat es riesig gefreut wieder eine stabille Laufleistung abrufen zu können. Die 46min bestätigen mich in meiner Form. Nun freu ich mich aber auf den 8. Mai wo es zum ersten Mal diesen Jahres heißt tritime. Hier kann ich endlich schauen was das gesamte Training über den Winter gebracht hat und an was ich noch feilen muss.

 

Frankfurter Halbmarathon/vom Winde verweht

Bei frischem, aber doch frühlingshaften Wetter, machte ich mich früh morgens um acht Uhr auf den Weg Richtung Commerzbankarena in Frankfurt. Da schon zu Beginn des Jahres alle per Voranmeldung zu Verfügung stehenden 5500 Startplätze vergriffen waren musste ich mich um einen der begehrten Nachmeldeplätze bemühen. Um kurz nach acht kam ich mit der S9 am Stadion in Frankfurt an und stürzte mich in das Treiben rund um das Stadion. Noch 500 Nachmeldeplätze standen zu Verfügung. Quer durch die Menschenmasse kämpfte ich mich zu dem Schalter über dem mit großen Buchstaben NACHMELDUNG stand. Schnell füllte ich den Zettel aus, da sich immer mehr Läufer an den besagten Schalter drängten. Die 30Euro auf den Tisch und schon hatte ich meine Startnummer. Ein Glück. Die erste Hürde ist geschafft. Jetzt waren es noch fast 2 Stunden bis zum Start. Alleine schaute ich mich in aller Ruhe um und versuchte mich auf dem sehr großen Gelände zu orientieren. An solch einer großen Veranstaltung hab ich bisher noch nie teilgenommen. So viele Leute, da konnte man schon schnell die Orientierung und den Überblick verlieren.

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Um halb zehn begann ich mit meiner Vorbereitung, ein bisschen warm laufen, ein bisschen Lauf ABC und ein bisschen im WK Tempo. Meine Gedanken waren dabei gar nicht mal so bei den 21 km sondern nur bei meiner Wade. Was macht sie? Zwickt sie, wie fühlt sie sich an und kann ich überhaupt richtig schnell laufen. Seit Mittwoch hatte ich mit enormen Wadenproblemen zu kämpfen. Donnerstag und Freitag war gar nicht an einen Halbmarathon zu denken. Erst durch die Faszienbehandlung und mein aufopferungsvolles Dehnen, rollen und wärmen besserte sich die Situation, so dass ich den Lauf Samstagabend realisieren konnte. Ich hatte alles in meiner Macht stehende getan, dass ich laufen konnte. Ich wollte unbedingt und siehe da die Wade machte nichts. Jetzt stellte ich mir die Frage wie lange wird sie wohl halten? Aber um das festzustellen musste ich erstmal los laufen.

Pünktlich um 10 Uhr fiel der Startschuss für den Elitelauf und danach wurde die große Masse blockweise auf die Strecke gelassen. Mein Plan war die ersten 8km mit dem Pacer der Zielzeit 1:44h mit zu laufen und wenn es dann geht ein bisschen zu zulegen. Vom Stadion aus geht die Strecke durch Niederrad an den Main. Dort erwartete man schon ordentlichen Gegenwind. Mein Plan wurde genau auf diesem Abschnitt zerschlagen. Die Pacerin stieg bei km 3,5 in einer Kurve mit schmerzverzerrtem Gesicht aus. Jetzt musste ich selbst mein Tempo finden und dieses halten. Bis km 10 ging es entlang des Main, hier fühlte ich mich trotz enormen Gegenwind gut und konnte absolut im Soll laufen. 4:55 bei km 10 im Schnitt. Just in time. Ab da geht es über die Stresemanalle wieder zurück Richtung Stadion. Zwischen km 12 und 15 heißt es 25 Höhenmeter überwinden, da merkt man ordentlich seine Oberschenkel. Für Frankfurt ist das ein riesen Berg und genau da passierte es: Ab km 14 ging ich ein wie eine Semmel, der Magen krampfte, der linke Fuß schmerzte, nur die Wade hielt. Am Schlimmsten war dann die Isenburger Schneisse, hier befindet sich nach km 16 der Wendepunkt, viele Läufer kommen einem entgegen und erst nachdem man die 16km passiert hat kann man sich auf den Weg Richtung Stadion machen. Ab km 19 hat man das das Stadion schon in Sicht, doch 3 quälende Km lagen noch vor mir. Mein Schnitt schwand immer mehr dahin, genauso wie die mentalen Kräfte am Laufen zu bleiben.Immer mehr Läufer überholten mich und ich konnte einfach nicht dran bleiben. Der 4:55er Schnitt war schon lange dahin, jetzt konnte ich nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Zwar konnte ich das Stadion schon hören und sehen, jedoch musste es noch einmal umlaufen werden bevor man ins Stadion einlaufen durfte und endlich das Ziel sah. Diese Runde zog sich wie Kaugummi und auch der Gegenwind pfiff einem nur so entgegen. Die letzten Meter mussten nun noch bewältigt werden. Im Stadion angekommen war alles verflogen, das Ziel vor Augen und die Stimmung im Stadion verleite mir nochmal kleine Flügel. Mit einer Zeit von 1:48:17 überquerte  ich die Ziellinie. Nicht ganz das was ich mir für den Tag vorgenommen hab, aber auf Grund der widrigen Umstände, dem starken Gegenwind und der Tage davor war ich doch zufrieden.

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Ein Halbmarathon ist eben ein Halbmarathon und man weiß nie was einem auf den 21km erwartet. Ich bin stolz auf mein Finish und es hat mir riesig Spass gemacht in dieser tollen Atmosphäre zu laufen.Nächstes Jahr steht dieser Lauf sicherlich wieder auf meiner Liste, dann aber mit rechtzeitiger Anmeldung und mit ein paar mehr langen Läufen in den Beinen. Jetzt leg ich  erstmal die Beine hoch und mache eine kleine Wettkampfpause. Ein intensiver Laufwinter liegt hinter mir mit vielen tollen Erfolgen und jetzt heißt es alle Augen Richtung Triathlonsaison.

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Winterlaufserie Jügesheim 3. Streich

Am Samstag den 06. Februar fand der vierten und letzten Wertungslauf der Winterlaufserie in Jügesheim statt. Bei traumhaften Laufwetter versammelten sich am Stadion in Jügesheim über 400 Läufer um am Finale der Winterlaufserie teilzunehmen.

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Mein Plan für diesen Samstag war, die harten Trainingseinheiten der vergangenen 2 Wochen im Wettkampf um zu setzen und am Ende im Ziel eine 45:xx stehen zu haben. Ich wollte mir das Rennen ähnlich gut einteilen wie im Januar, um eine wirklich maximale Leistung ab zu rufen. Die Bedingungen stimmten und bei sonnigen 13 Grad Außentemperatur fiel pünktlich um 15 Uhr der Startschuss. Der Anfang des Rennens verlief wie schon in den letzten 2 Läufen in Jügesheim sehr holprig. Ich platzierte mich für meine Verhältnisse sehr weit vorne, doch der Startschuss fiel und ich stand wieder vor dem gleichen Problem wie immer. Wie komme ich nochmal durch diese Menschen durch? Wie immer hatten sich zahlreiche Läufer nach vorne gestellt an denen ich mich vorbeiquetschen oder im Slalom vorbeilaufen musste. Antritte und wieder mein eigentliches Lauftempo finden wechselten sich ab. Ich wollte eigentlich auf den ersten Metern keine Zeit liegen lassen, da ich wusste, dass es ohne hin ein harter Lauf wird. Wie immer fand ich erst bei km 1 so richtig in meinen Lauf. 4:35 war der Plan und am Anfang lies der sich unerwartet gut umsetzen. Ich konnte mein Tempo finden und auch gut laufen. Es fühlte sich gut an, ich konnte diesmal sogar eine Gruppe finden in der ich gut mitlaufen konnte. Doch irgendwie kam irgendwann der Hammer. Bei km 4 merkte ich das erste mal ein bisschen meinen Magen. Ich versuchte mich im Oberkörper und im Schulterbereich ein bisschen zu entspannen um nicht all zu fest in der Brustwirbelsäule zu werden, in der Hoffnung der Magen entspannt sich wieder. Doch bis km5 verschlechterte sich das Gefühl; ich lief immer gekrümmter, bis ein Krampf mich zum Gehen zwang. Die Bestzeit war dahin. Ein erneutes Anlaufen zeigte sich als nicht sehr erfolgreich. Jetzt tat einfach alles weh. Beine, Bauch und Rücken machten total zu. Ich war verzweifelt.

Eigentlich will man in so einer Situation einfach nur aufhören. Was macht man auf einem 10km Rundkurs nach km 5, der kürzeste Weg ist da wahrscheinlich weiterlaufen. Also versuchte ich das und mein Tempo pendelte sich bei lockeren 5:20-5:30 ein. In meinem Kopf mahlte ich mir schlimmes aus, eine Zielzeit mit der ich so eigentlich abgeschlossen hatte. Dabei vergas ich, dass ich die ersten 5 km eigentlich sehr gut gelaufen bin. Es war frustrierend ständig überholt zu werden und an keinem so richtig dranbleiben zu können. Nach laufen fühlte es sich nicht mehr und es sah wohl auch nicht mehr danach aus. Ich war glücklich und enttäuscht als ich endlich das Stadion sah. Ich dachte kurz daran nicht über die Ziellinie zu laufen und mich einfach von hinten rein zu schleichen. Aber ein DNF hatte ich bisher erst einmal und das war gefühlt noch viel schlimmer wie eine schlechte Zeit. Also Augen zu und durch, so Tage gibt es halt und auch diese zählen.

Mental hab ich an diesem Tag gelernt, das man auch wenn es richtig wehtut noch weiterlaufen kann. Mit meiner Leistung von 51:39 bin ich sportlich nicht zu frieden, aber ich find es gut, dass ich es durchgezogen hab.

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Winterlaufserie Seligenstadt

In der letzten Trainingswoche sollte es so richtig knallen in den Oberschenkeln. Auf dem Plan standen eigentlich nur Intervalle und ein 10er. Diesen sollte ich in Seligenstadt laufen, eine Strecke die mir sehr bekannt war. Dort lief ich meinen ersten Laufwettkampf und 10er unter eher suboptimalen Bedingungen. Daher blieb mir die Strecke nicht so positiv in Erinnerung. Aber nun von vorne.

In der Woche vorher standen 2min Intervalle im 5er Wettkampftempo auf dem Plan (1000 er in 4:30) und ich dachte den Tag vorher, an dem ich mit meiner Trainerin verabredet war wird wenigstens locker. Mit dem Gedanken lag ich etwas daneben. Es sollte wohl so richtig weh tun. Sprints, Sprunge, Pistelsquats , Ausfallschritte und nochmal Intervalle wurden an diesem Abend auf der Bahn in Gelnhausen geboten. Ich merkte schon während dem Training das die Beine so richtig weh taten und war mehr als gespannt wie ich mit denen einen 10er laufen sollte. Der schlaue Spruch: „Morgen wirst du keine neue Bestzeit laufen“,  hätte sie sich sparen könne. Das war mir nach dem Abend mehr als klar. Obwohl ich mich die Woche gigantisch schnell gefühlt hatte, wurde dieses Gefühl in 60 min zunichte gemacht.

Am Samstag morgen holte mich dann der Wecker aus meinen Träumen. Ich merkte schon beim Strecken und räkeln, dass ich einen Muskelkater hatte der sich gewaschen hatte. Ich hoffte nur, dass sich dieser im Laufe des Tages und mit der Bewegung ein wenig gibt. Die Adduktoren schmerzten enorm und auch meine Glutealmuskulatur sagte mir an diesem morgen außergewöhnlich laut „Hallo“.  Gegen 12 Uhr machten wir uns dann auf den Weg Richtung Seligenstadt. Der Ablauf war wie gewohnt. Anmelden, was trinken, umziehen und dann etwas warm machen. Diesmal versuchte ich meine Schmerzen etwas wegzulaufen und nochmal etwas zu dehnen: Meine Muskeln waren steinhart. Die Füße wollte sich kaum vom Boden abheben und mein Abdruck war schmerzhaft und schwach. Im Wald, an der Startlinie zeigte sich Seligenstadt genauso wie ich es kannte, nass und schlammig. Die Bedingungen machten es nicht einfacher. Aber was soll das gejammer. Flo und ich standen an der Startlinie. Der Startschuss fiel eher unspektakulär, die Meute sprintete los und ich mit. Den Startschuss verpasste aber meine Uhr, das GPS Signal war noch nicht gefunden und so lief ich erstmal bis km1 ein mit den anderen mit. Erst da merkte ich, dass ich viel zu schnell war. 4:15 ist definitiv nicht mein Tempo auf 10km ich versuchte mich nach Gefühl km für km runter zu regulieren und dann endlich bei km3 zeigte meine Uhr die Pace an. Ab da fand ich nun endlich in den Lauf und versuchte konstant das Tempo zu laufen. 4:40 war geplant aber durch schwere Beine musste ich mich enorm antreiben, um das zu halten. Mit der ersten Runde war ich ganz zu frieden. Wenn ich dies auf der zweiten Runde halten konnte wäre das super. Doch es wurde immer härter, die Beine schmerzten total und ich musste nun auch den ein oder anderen Läufer passieren lassen. Dann auf einmal bei km 7 stand Flo neben mir und lief ein paar Meter mit mir mit, lies mich aber wieder alleine ziehe. In meinen Gedanken lief er sich schon aus, was sich aber im Nachhinein als falsch herausstellte. Die letzten 2 km biss ich nochmal die Zähne zusammen und im Kopf ging das gewohnte Rechnen wieder los, noch unter 50 oder doch drüber den Lauf zu beenden. Die schlimmste Passage musste ich noch passieren, dort wusste ich dass ich nochmal richtig Zeit verlieren werde. Man rutschte nur so durch die Gegend. Richtig laufen konnte man das dort nicht nennen. Im Zieleinlauf schaute ich auf meine Uh, 48:18. Mit den Beinen und unter diesen Bedingungen war ich mega happy. Ich merkte das ich mich dabei bin mich immer weiter zu entwickeln und die Formkurve nach oben geht. Doch im Ziel blieb eine Frage, wo ist Flo?  Ich dachte wir sehen uns im Ziel, zumindest sagte er das als er sich ein Stück mit mir auslief. Die Minuten verstricken und nach 5 min war immer noch weit und breit kein Flo zu sehen. Nach einigen Minuten kam er dann den Waldweg herunter gegangen. Ich verstand erst nicht was er mir sagte, bis ich dann merkte, dass er das Rennen gar nicht beendete. Er wurde von starken Magenschmerzen gezwungen aufzuhören und als ich bei 7km an ihm vorbei kam lief er sich nicht aus, sondern wollte das Rennen mit mir gemeinsam beenden, was ihm auch nicht möglich war.

Total platt, dreckig und fertig führen wir dann wieder Richtung Orb um unseren geschundenen Körpern die nötige Ruhe zu verschaffen. Das war der Wohl härteste 10er den ich bisher gelaufen bin. Der Morgen am Sonntag war noch schlimmer wie der davor. Ich dachte nur, so müssen sich Marathonbeine anfühlen. Der Gedanke die Treppe rückwärts zu gehen war mir nicht so fern. Aber was dich nicht umbringt macht dich nur härter. IMG_3326