Frankfurter Halbmarathon/vom Winde verweht

Bei frischem, aber doch frühlingshaften Wetter, machte ich mich früh morgens um acht Uhr auf den Weg Richtung Commerzbankarena in Frankfurt. Da schon zu Beginn des Jahres alle per Voranmeldung zu Verfügung stehenden 5500 Startplätze vergriffen waren musste ich mich um einen der begehrten Nachmeldeplätze bemühen. Um kurz nach acht kam ich mit der S9 am Stadion in Frankfurt an und stürzte mich in das Treiben rund um das Stadion. Noch 500 Nachmeldeplätze standen zu Verfügung. Quer durch die Menschenmasse kämpfte ich mich zu dem Schalter über dem mit großen Buchstaben NACHMELDUNG stand. Schnell füllte ich den Zettel aus, da sich immer mehr Läufer an den besagten Schalter drängten. Die 30Euro auf den Tisch und schon hatte ich meine Startnummer. Ein Glück. Die erste Hürde ist geschafft. Jetzt waren es noch fast 2 Stunden bis zum Start. Alleine schaute ich mich in aller Ruhe um und versuchte mich auf dem sehr großen Gelände zu orientieren. An solch einer großen Veranstaltung hab ich bisher noch nie teilgenommen. So viele Leute, da konnte man schon schnell die Orientierung und den Überblick verlieren.

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Um halb zehn begann ich mit meiner Vorbereitung, ein bisschen warm laufen, ein bisschen Lauf ABC und ein bisschen im WK Tempo. Meine Gedanken waren dabei gar nicht mal so bei den 21 km sondern nur bei meiner Wade. Was macht sie? Zwickt sie, wie fühlt sie sich an und kann ich überhaupt richtig schnell laufen. Seit Mittwoch hatte ich mit enormen Wadenproblemen zu kämpfen. Donnerstag und Freitag war gar nicht an einen Halbmarathon zu denken. Erst durch die Faszienbehandlung und mein aufopferungsvolles Dehnen, rollen und wärmen besserte sich die Situation, so dass ich den Lauf Samstagabend realisieren konnte. Ich hatte alles in meiner Macht stehende getan, dass ich laufen konnte. Ich wollte unbedingt und siehe da die Wade machte nichts. Jetzt stellte ich mir die Frage wie lange wird sie wohl halten? Aber um das festzustellen musste ich erstmal los laufen.

Pünktlich um 10 Uhr fiel der Startschuss für den Elitelauf und danach wurde die große Masse blockweise auf die Strecke gelassen. Mein Plan war die ersten 8km mit dem Pacer der Zielzeit 1:44h mit zu laufen und wenn es dann geht ein bisschen zu zulegen. Vom Stadion aus geht die Strecke durch Niederrad an den Main. Dort erwartete man schon ordentlichen Gegenwind. Mein Plan wurde genau auf diesem Abschnitt zerschlagen. Die Pacerin stieg bei km 3,5 in einer Kurve mit schmerzverzerrtem Gesicht aus. Jetzt musste ich selbst mein Tempo finden und dieses halten. Bis km 10 ging es entlang des Main, hier fühlte ich mich trotz enormen Gegenwind gut und konnte absolut im Soll laufen. 4:55 bei km 10 im Schnitt. Just in time. Ab da geht es über die Stresemanalle wieder zurück Richtung Stadion. Zwischen km 12 und 15 heißt es 25 Höhenmeter überwinden, da merkt man ordentlich seine Oberschenkel. Für Frankfurt ist das ein riesen Berg und genau da passierte es: Ab km 14 ging ich ein wie eine Semmel, der Magen krampfte, der linke Fuß schmerzte, nur die Wade hielt. Am Schlimmsten war dann die Isenburger Schneisse, hier befindet sich nach km 16 der Wendepunkt, viele Läufer kommen einem entgegen und erst nachdem man die 16km passiert hat kann man sich auf den Weg Richtung Stadion machen. Ab km 19 hat man das das Stadion schon in Sicht, doch 3 quälende Km lagen noch vor mir. Mein Schnitt schwand immer mehr dahin, genauso wie die mentalen Kräfte am Laufen zu bleiben.Immer mehr Läufer überholten mich und ich konnte einfach nicht dran bleiben. Der 4:55er Schnitt war schon lange dahin, jetzt konnte ich nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Zwar konnte ich das Stadion schon hören und sehen, jedoch musste es noch einmal umlaufen werden bevor man ins Stadion einlaufen durfte und endlich das Ziel sah. Diese Runde zog sich wie Kaugummi und auch der Gegenwind pfiff einem nur so entgegen. Die letzten Meter mussten nun noch bewältigt werden. Im Stadion angekommen war alles verflogen, das Ziel vor Augen und die Stimmung im Stadion verleite mir nochmal kleine Flügel. Mit einer Zeit von 1:48:17 überquerte  ich die Ziellinie. Nicht ganz das was ich mir für den Tag vorgenommen hab, aber auf Grund der widrigen Umstände, dem starken Gegenwind und der Tage davor war ich doch zufrieden.

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Ein Halbmarathon ist eben ein Halbmarathon und man weiß nie was einem auf den 21km erwartet. Ich bin stolz auf mein Finish und es hat mir riesig Spass gemacht in dieser tollen Atmosphäre zu laufen.Nächstes Jahr steht dieser Lauf sicherlich wieder auf meiner Liste, dann aber mit rechtzeitiger Anmeldung und mit ein paar mehr langen Läufen in den Beinen. Jetzt leg ich  erstmal die Beine hoch und mache eine kleine Wettkampfpause. Ein intensiver Laufwinter liegt hinter mir mit vielen tollen Erfolgen und jetzt heißt es alle Augen Richtung Triathlonsaison.

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I did it HM Bestzeit beim Auwaldlauf in Hommertshausen

Am Samstag war es endlich soweit, ich war gesund und fit und endlich durfte ich meinen Halbmarathon laufen. Auf den hab ich mich nun unfreiwillig zwei Wochen länger vorbereitet als ich eigentlich wollte. Aber egal ich wollte es unbedingt und war bis unter die Haarspitzen motiviert.

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Der Tag startete schon sehr früh. Obwohl erst um 15 Uhr der Startschuss für meine 21,1km fiel stand ich um 7:00 Uhr morgens schon auf, da mein Freund seit kurzem bei den Masters mit schwimmt und die um 8:30 zum Schwimmtraining läuteten. Alleine Frühstücken macht eben nur halb so viel Spaß. Außerdem merkte ich schon Freitag Abend deutlich meine Vorstartspannung und das Bad der Gefühle wechselte von fit zu nicht fit, gute Beine schlechte Beine und die Wade zwickt schon wieder. Da wollte ich nicht alleine nervös auf meinem Honigbrötchen raum kauen.

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Um zwölf Uhr wollte wir Richtung Hommertshausen los fahren, da es ein Stückchen weiter weg ist. Die Zeit dazwischen überbrückte ich mit Wäsche waschen, GZSZ schauen und Beine dehnen. Ich legte mich aufs Sofa, ging aufs Klo und zog mich schon mal meine Wettkampfklamotten an. Gefühlt ging die Zeit einfach nicht rum und ich hatte immer mehr Zweifel ob ich überhaupt fit genug war und rechnete mir alles schön. Eine 1:45.59 ist auch ne 1:45 und eine 1:46:24 ist immer noch Bestzeit. Endlich war es soweit Flo kam nach Hause und wir packten unsere Sachen und fuhren los. 1:25 zeigte das Navi an, noch mehr Zeit sich Gedanken zu machen und mit sich zu hadern dachte ich mir, aber die Zeit ging schnell rum. Um 13:00 kamen wir in Hommertshausen an. Irgendwo im nirgendwo. Die Organisatoren waren noch rege mit dem Aufbau beschäftigt und ich sah noch keinen einzigen Läufer. Also hieß es wieder, Zeit tot schlagen. Umgezogen war ich schon, also schaute ich, dass ich keinen Hunger bekam, aß eine Banane, dann einen Riegel und endlich kamen die ersten Läufer. Nicht viele, aber ich wusste, dass ich nicht alleine an der Startlinie stehe werde. Dass es nicht viele werden war mir klar. Schließlich sind wir nicht in München, Hamburg oder Frankfurt. Am Ende waren es fast 80 Läufer. Nun kam endlich die Zeit sich ein bisschen warm zu laufen. Wo die Strecke lang ging wusste ich immer noch nicht, also lief ich einfach ein bisschen die Straße hoch und runter. Ein bisschen Lauf ABC, ein Paar Sprünge und 3 Steigerungsläufe. Eben das was ich immer mache vor einem Lauf. 3 Runden a 7 km lagen vor mir und ich versuchte mir das Rennen ein bisschen im Kopf einzuteilen. Egal wie, ich war bereit: So weit sind wir jetzt gefahren jetzt wird es durchgezogen und ich hatte einfach Bock einen Halbmarathon zu laufen.

Relativ pünktlich fiel dann der Start um 15 Uhr und alle starteten zusammen, auch die  7km Strecke. Unterscheiden konnte man die Läufer nicht, wodurch wohl viele das Rennen zu schnell angingen, inklusive mir. Es lief super, die ersten 7 km gingen wirklich fantastisch, nach 33 min kam ich das erste mal an Flo vorbei. Viel zu schnell aber bisher fühlte ich mich gut. Die Strecke war ok, man konnte sie sich gut einteilen. Es war alles drin. Leicht bergauf, leicht bergab, Straße, Wiese und Waldwege wechselten sich ab, es machte wirklich viel Spass dort zu laufen. Ich dachte immer nur an 7km, Runde für Runde, und ich versuchte gar nicht die 21 km in meinen Kopf zu lassen. Nach der ersten Runde dünnte sich das Feld enorm aus. Es hatten sich doch mehr für die 7km entschieden als ich dachte. Jetzt musste ich mein eigenes Rennen lauf um mich herum war nicht viel los. Aber auch die 2. Runde lief erstaunlich gut. Als ich wieder an der Ziellinie vorbei lief sagte mir Flo, dass ich nur 20 sec langsamer war als auf der ersten Runde. 14km geschafft jetzt nur noch eine Runde, nur noch einmal 7 km, aber das wurden die härtesten. Es gab keine Stimmungnester, keine Hotspots und auch keine Musikkapelle die spielte. Ich war alleine auf meinen letzten 7km. Ich, zwei Haflinger und zwei Kuhherden. Vor und hinter mir ein paar Läufer. An diese versuchte ich mich ran zu saugen. Die Abstände zu halten war mein Ziel. Aber der Blick auf meine Uhr und das Gefühl meiner Beine sagten mir, dass es harte letzte Kilometer werden. Ich rechnete im Kopf Splitzeiten hoch und runter, auch um mich ein bisschen abzulenken. Kein Mensch auf der Strecke, das ist echt hart für den Kopf. Erst auf dem letzten Kilometern standen ein paar Leute, versammelt um einen Streckenposten, die klatschten und einem motivierende Sachen zu riefen. Ich versuchte nochmal Gas zu geben und als ich in die Straße abbog, in der das Ziel sich befand, merkte ich, dass ich mich die ganze Zeit verrechnet hatte. Ich schaffe es. Das Ziel lag bergab, ich ließ es nochmal richtig rollen und als ich den Sprecher meinen Namen in Verbindung mit 1:44 sagen hörte, riss ich die Hände nach oben und lief überglücklich durch das Ziel. Ich habe es geschafft. Ich war vom Kopf und vom Körper fix und fertig. Aber echt happy: Ich bin an meine Grenzen gegangen, habe alles rausgeholt und bin dafür belohnt worden. Insgesamt wurde ich auch noch 4. Frau, Platz 3 lag in Sichtweite, aber doch echt weit entfernt.

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Mein Resümee: Ein toller Lauf, schöne 3 Runden, die ein bisschen anspruchsvoll sind und somit nicht ultraschnell. Für 8 Euro kann man, glaube ich, nirgendwo günstiger einen Halbmarathon laufen. Auch wenn ich kleine und familiäre Veranstaltungen echt mag und toll finde: Bei 21km hilft es ein wenig, wenn ein bisschen was los ist auf der Strecke. Gerade wenn man kämpfen muss.Kühe und Pferde sind nicht die besten Motivatoren und ich konnte einfach nicht verstehen was sie mir sagen wollte.

Ich hatte Spaß und habe mein Saisonziel erreicht und mich sowohl auf 10km als auch auf dem Halbmarathon wahnsinnig verbessert. Bleibt in Bewegung. Ich mach erstmal OFF.

Von OFF to ON ( Ich dachte ich lauf….)

…..13.1 thirteen Point one miles,69,168 ft, 23,056 Yards, 21,08km oder einfach Halbmarathon.

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Bis letzten Sonntag lief alles optimal. Das Training war absolviert und der letzte lange Lauf am Sonntag abgespult. Auch die 9 km Endbeschleunigung fühlten sich ganz ok an. Doch nach den Turbulenzen in der letzten Woche passierte das, was sich irgendwie angekündigt hatte. In der Nacht von Sonntag auf Montag erwischte es mich total.

Letzte Woche wurde ich schon mit einer Migräneattacke und brechen für einen Tag lahmgelegt. Die Erholung stellte sich jedoch schnell ein und nach einem Tag schwächeln dachte ich, ich bin wieder voll im Kurs. Das Training ein bisschen umgestellt, so dass die Kerneinheiten weiterhin stehen bleiben konnten und weiter geht’s. Ich war voll motiviert, es fühlte sich einfach super an. Ich wusste es könnte klappen mit den 1:45. Doch dann kam das, was sich keiner vor einem Hauptwettkampf wünscht. Was ich noch nicht mal anderen Menschen wünsche. Was das schlimmste ist was man sich eigentlich vorstellen kann, wenn man so viel Schweiß und Training in ein Projekt gesteckt hat. Ich wurde krank. Nicht mal ein bisschen, sondern so richtig. Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf und Gliederschmerzen. Ich war total platt. Montag schleppte ich mich mit wenig Schlaf und schniefender Weise auf die Arbeit. Irgendwie hab ich es geschafft den Tag zu bewältigen, doch dann ging es nur ins Bett. Dass ich dann gefühlt 2 Tage nicht verlassen habe.

Ich zählte die verbleibenden Tage bis zum Halbmarathon und hoffte Dienstag wieder fit zu sein und verschob ich die erste Laufeinheit auf Mittwoch. Schließlich versuchte ich es am Donnerstag und scheiterte kläglich, 30 min mit Lauf ABC zu absolvieren. Dann nahm ich mir vor Freitag abzuwarten. Ich redete mir ein, dass die Form nicht nach einer Woche weg ist und ich schon mal einen Lauf gemacht habe, bei dem ich mich nicht gut fühlte. Doch Freitag dann das Gefühl, irgendwie wird es wieder schlechter. Missmutig entschied ich mich, nicht zu Laufen und mit meinen Patenkindern in den Opel Zoo zu fahren. Eigentlich ne super Alternative, mental aber nur ein schmaler Trost.

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Jetzt habe ich mich darauf eingestellt, zwei weitere Wochen Training. Nochmal lange Läufe mit Endbeschleunigung, 2000 er 3000er Intervalle, die ich ja sooooo liebe. Und was mich am meistens wurmt, 2 Wochen später Off Saison. Jetzt nochmal die Motivation hochhalten nach einer Saison, die schon seit Anfang Mai in vollem Gange ist. Echt hart und gerade total schwer. Ich dachte heute fängt es an Chips futtern, Füße hochlegen und alle fünfe gerade sein lassen. Doch falsch meistens kommt es anders als man denkt. Nochmal zwei Wochen voll Spannung und Konzentration. Race Day ist diesmal der 17.10 in Hommertshausen.

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Keine Ahnung wo das ist aber Flo und das Navi werden mich schon hinbringen. Ich bin gespannt und hoffe die zwei Wochen gut rum zu bekommen. Nach 1,5 Stunden Yoga am Morgen schnürte ich mittags dann die Laufschuhe. Nach einer Stunde laufen, hat mir mein Körper deutlich gezeigt das nicht zu laufen die richtige Entscheidung war. Die Leistung ist noch verbesserungswürdig. Nun heißt es wieder all eyes on Halbmarathonbestzeit  :-)))))