Mantras: laufen mit dem kleinen Mann im Ohr

Wer kennt das nicht, oder wer macht das nicht? Ich führe bei harten Einheiten regelmäßig Selbstgespräche und versuche mich positiv zu verstärken. Meistens sind es Gedanken aus Situation in denen es gut lief oder ich etwas schon mal erreicht habe. Aber nicht nur ich tue dies ganz unbewusst und automatisch, auch Profiathleten wie Mona Stochhecke oder Marathon Rekordhalterin Deena Kastor führen immer wieder Selbstgespräche während ihrer Einheiten oder Wettkämpfe. Dies ist jedoch keine Eigenheit, bei der man nicht alle Tassen im Schrank hat, sondern eine psychologische Strategie, die einen motivieren und beflügeln soll. Besonders in Situation in denen es hart wird oder mal nicht so läuft können einen solche Mantras wieder aufbauen und helfen sein Ziel zu erreichen.

img_8011

Für eine neue Bestzeit muss auch der Kopf stimmen

 

Jeder muss sein eigenes Mantra finden, aber wie?

Erstmal was sind eigentlich Mantras? Mantras sind kurze und kleine Powersätze, die man immer wieder leise in seinem Kopf wiederholen kann. Manchmal sind es Sätze, aber auch nur ein einziges Wort kann als Mantra dienen. Hauptsache ist, sie motivieren dich und helfen dir fokussiert und konzentriert im Wettkampf oder im Training zu bleiben. Sie sollten dich zu so beflügeln  und aufbauen, dass es dir auch in schlechten Situation hilft nicht aufzugeben und dein Ding durchzuziehen.

Wie man sein Mantra findet ist gar nicht so schwer, dafür muss mein kein Dichter oder Denker sein. Viele begegnen uns im Alltag und bleiben schon fast automatisch im Kopf. Als Mantra können aufbauende Wort vom Trainer oder Trainingspartner fungieren, aber auch bestimmte Liedzeilen aus Songs die du gerne hörst. Oder sie begegnen dir einfach so. In Jügesheim lief ein Mädchen mit einem T- Shirt vor mir auf dem der Satz  “ don´t run fly“ stand. Der Satz prägte sich sofort in meinem Kopf ein. An diesem Tag war dies mein Mantra was mich zu meiner neuen Bestzeit beflügelte. Im wahrsten Sinne wollte ich fliegen anstatt zu laufen. Beim Bilden von Mantras gibt es keine Regeln und Gesetze, das innere Gefühl und die Einstellung zu den Worten muss stimmen. Ein Mantra soll ein ganz bestimmtes Gefühl vermitteln; ein Gefühl, das einen beflügelt. Bei den falschen Worten funktioniert das nichts, sie bringen einen nicht weiter.

Wenn man immer noch nicht weiß wie man zu seinem Mantra kommt kann man auch auf alte Erinnerungen zurückgreifen, Gefühle aus Situationen in denen es gut lief und man Erfolg hatte. Diese abgespeicherten Gefühle kann man dann wieder und wieder hervorrufen und versuchen in starke Worte zu formulieren um diese immer wieder zu wiederholen. Hier kann es helfen die Gedanken nach einem Wettkampf in Worte zu formulieren z.B. in einem Trainingstagebuch. Dadurch kann man bestimmte Muster selbst analysieren, man erkennt so was funktioniert und was nicht. Ein weiterer Punkt ist, dass man durch Mantras keine Erwartungen an sich setzen sollte, die man nicht erfüllen kann, das kann eher kontraproduktiv wirken und nicht motivierend. Die Befehle aus dem Kopf können nicht umgesetzt werden und das wirkt am Ende nur frustrierend und eben nicht aufbauend. Sich selbst etwas vorgaukeln bringt auch hier nichts, man glaubt ganz tief eh nicht dran. Am Besten ist es die Botschaft aus dem Kopf einfach zu halten und sich auf Dinge zu konzentrieren, die man beeinflussen und auf die man sich verlassen. Beispiele können sein „bleib groß“, „mach dich lang“ “ ruhig atmen“.

Mantras an Situationen anpassen

Nicht jedes Mantra ist für jeden Lauf geeignet. Je nach Lauf oder Einheit sollte man die Mantras an die Situation anpassen. Man muss nicht immer den Geschwindigkeitsteufel in sich entfachen. Manchmal muss es auch locker und einfach sein. So hatte Mona Stochhecke in Frankfurt “ Take it easy“ als Mantra. Aber manchmal läuft es auch einfach und man ist im Flow und das sollte man dann auch einfach genießen, hier können auch ein oder zwei kleine Wörter störend wirken. Das sind Situation bei denen man am besten an gar nichts denkt und den Flow genießt.

Wie weiß ich das es was für mich ist?

Ob die Strategie der Mantras was für dich ist kann man so pauschal nicht sagen, es bleibt wohl nur es auszuprobieren. Eben wie ein neuer Laufschuh muss auch ein Mantra zu einem passen. Am besten ist man testet es einfach mal im Training aus. Man läuft ja auch nicht einen neuen Schuh im Wettkampf ohne ihn im Training getestet zu haben. Wenn ihr euch im Training sch0n nicht auf euer Mantra fokussieren könnt und euch doof dabei vorkommt ist es nicht das richtige und ihr müsst weiter suchen. Ein Mantra muss passen wie der Lieblingslaufschuh.

 

Advertisements

Alle guten Dinge sind drei/ swim bike run

Triathlon, warum Triathlon? Was ist dran an der Zahl 3? Warum swim, bike and run? Momentan begeistert der Triahtlon wie keine andere Sportart. Wenn du auf dieser Welle der Begeisterung mit schwimmst dann verändert es dein Leben und du wiederum veränderst das Leben der anderen. Die Ziellinie eines Triathlons ist ein Ort der Freude und Begeisterung, aber auch des Leid und Schmerz. Aber warum fasziniert uns dieser Sport so, warum lassen wir uns mit jeder Zelle unseres Körper so darauf ein? Für Außenstehende ist es ein Sport für Verrückte. Aber einmal infiziert kommt man nur noch schwer heraus aus dem Kreislauf von swim bike and run. Aber warum zieht dieser Sport tausende Menschen so in den Bann, dass sie teilweise ihr ganzes Leben auf den Kopfstellen? Warum wollen wir alle  einmal ein Ironman sein, auch wir Frauen? Liegt es vielleicht an dieser magischen Zahl 3?

Was ist dran an der Zahl 3: Wikipedia sagt, die Zahl 3 ist eine natürliche Zahl zwischen 2 und 4, ist eine Primzahl und ungerade. Die 3 ist die vierte Zahl in der Fibonacci Folge und die zweite die einmalig ist. Das Dreieck ist die einfachste geometrische Form in der Ebene. Ok das ist nun sehr mathematisch und weckt eher wenig Begeisterung.

Alle guten Dinge sind drei und so erfahren wir unsere Welt in drei Dimensionen. Wir besitzen nur 3 Grundfarben, das reicht um die Welt in Farbe und bunt zu sehen. Auch im Sonnensystem stehen wir an dritter Stelle von der Sonne aus gesehen. Die Zahl 3 ist Teil unseres Lebens, ob man will oder nicht. Die Zahl 3 gilt als eine heilige Zahl. Nach Aristoteles ist die 3 die erste Zahl mit einem Anfang, Mitte und einem Ende. So wird auch der Lebenszyklus oder Jahreszyklus als Dreiheit bezeichnet. Kindheit, Erwachsenheit und Alter, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond, Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit oder Wachstum, Fruchtbarkeit und Vergehen. Die 3 gilt als Inbegriff der Vollkommenheit und ist aus diesem Grund auch heilig.

In der Gesellschaft besteht die kleinste Gruppe aus 3 Personen. Mit 3 Personen kann man eine Mehrheit bilden und gilt somit als sehr dynamisch.

Jeder von uns hat schon mal den Spruch gehört, man sehe aus wie 3 Tage Regenwetter. Oder wer kennt nicht die 3 Affen; nichts sehen, nichts hören und nichts reden. Es gibt die heiligen 3 Könige und auch Christi ist am 3. Tag auferstanden von den Toten . Die Dreifaltigkeit bildet ein wichtiger Grundstein in der christlichen Religion ( Gott aus Vater, Sohn und den heiligen Geist). Jeder tragische Held hat 3 unlösbare Aufgaben zu erledigen und Aschenputtel hat 3 Wünsche frei

Im Sport gibt es 3 Sprung, im Volleyball sind nur 3 Ballübertragungen erlaubt, im Handball darf man maximal 3 Schritte machen und im Triathlon heißt es schwimmen, Fahrrad fahren und laufen.

Die Zahl 3 hat viel magisches und sie zieht sich in unserer Menschheit durch alle Epochen und so im 21. Jahrhundert eben durch den Triathlon. Jede gute Geschichte braucht eben 3 Akte und so halt  swim bike run. Triathlon verbindet die 3 beliebtesten Ausdauersportarten miteinander. Ob genau das die Herausforderung und Fasziniation ausmacht sei dahingestellt. Was einen so an diesem Sport fasziniert muss jeder selber wissen. Aber alle guten Dinge sind eben 3. Der Sport an sich mag sich vielleicht erst einmal sehr verrückt anhören. Aber den Zahlen und Fakten kann man nicht widersprechen. Ein Triathlon steht stabil auf drei Beinen wie ein Stativ. Ob Triathlon magisch oder sogar heilig ist dürft ihr nun für euch entscheiden. Aber komisch ist es schon, dass sich diese große Zahl 3 so oft wiederfindet und so auch in meinem Lieblingssport.

 

 

Darmstadt Woogsprint (750/20/5)

Der erste Ligatermin steht vor der Tür und das diesmal für alle Teams des TV Bad Orbs. Vier Teams an einem Tag, das ist für einen kleinen Verein wie wir es sind eine logistische Meisterleistung, da doch einige von uns immer mal zwischen zwei Mannschaften hin und her springen. Jetzt galt es alle vier Teams gleich stark für die jeweilige Aufgabe aufzustellen, 2mal Regionalliga 2 mal 1. Hessenliga. In Darmstadt warteten auf alle Teams  750m schwimmen, 20 km Radfahren in einem Draftingformat und im Anschluss 5km laufen. Nicht das dies schon schwer genug war plagten uns im Vorfeld Krankheiten und Verletzungspech. Jetzt war taktieren gefragt, schließlich sollte sich keiner zu früh in einer oberen Mannschaft festspielen. So entschieden wir uns jeweils dafür eher schwimmschwächere Leute in die starke Regionalliga zu schicken. Für mich hieß dies, nicht um die Streichwertung zu kämpfen, sondern in der ersten Hessenliga fighten was das Zeug hält und Plätze für eine gute Tageswertung gut zu machen. In unserem Team hatte das Taktieren nämlich die größten Auswirkungen. Nicht nur dass verletzungsbedingt eine starke Athletin fehlte, wir gaben auch noch eine an das Regionalligateam ab und starteten nur zu 3.. So ist das Teamleben eben, einer für alle, alle für einen. Dies war einfach die beste Lösung, als Streichwertung in der Regionalliga hätte ich keinem geholfen. Somit war allen geholfen. Taktik Taktik Taktik. Genau das prägte auch der Wettkampf. In einem Draftingrennen ist die Position nach dem Schwimmen das Wichtigste. Gute Radgruppe vs. schlechte Radgruppe oder sogar allein kämpfen.

Die Trainingswoche war super, aber gefühlt war ich nicht so fit wie in Gelnhausen Anfang Mai. Die hohen Intensitäten beim Laufen zeigten Wirkung und die Beine fühlten sich ein bisschen schwer aufgrund des Trainings der letzten Wochen an. Noch dazu kommt, dass der Woog nicht zu meinen Lieblingsgewässern in Deutschland gehört. Aufgrund seines nicht all zu hohen Wasserstands greift man beim Schwimmen immer wieder in Algen oder Schlamm, das weckt nicht gerade große Freude bei mir auf den Wettkampf. Aber wenn man dann am morgen in die Wechselzone kommt und seine Mädels sieht ist alles grübeln vorbei und man freut sich einfach auf den Saisonstart. So auch diesmal.

Die Hessenligen bekamen den Vortritt und so starteten wir 5 min nach den Jungs mit einem Kopfsprung vom Steg des großen Woogs. Meine Taktik war beim schwimmen wirklich alles geben um eine gute Radgruppe zu erhaschen. Gut zu schwimmen war mir gelungen, nach 13:05 min stieg ich aus dem Wasser. Somit hatte ich die 13. Schwimmzeit in der 1.HL aber eine starke Radgruppe war trotz schnellem Wechsel am Anfang erstmal nicht in Sicht. Bis zum ersten Wendepunkt sammelte ich ein paar Mädels ein. Aber auch wenn man dann in einer Gruppe ist muss man sich erstmal einig sein und zusammen fahren. Da war dann letztendlich das Problem. Die Arbeit in der Gruppe gestaltete sich etwas zäh, so dass sogar am Ende noch eine Gruppe von hinten auffahren konnte. Laut Schwimmzeiten mussten diese 30-40 Sekunden auf uns gut gemacht haben. So nahmen wir in einer riesigen Gruppe Anfahrt auf die Wechselzone. Da ich auf dem Rad doch mehr arbeiten musste wie ich mir vorgenommen hatte, waren meine Laufbeine nicht ganz so frisch. Schnell in die Laufschuhe und ab auf die 5km Strecke um den Woog. Hinter Tinka Uphoff verließ ich die Wechselzone, mir war absolut klar dass ich an den Füßen nicht bleiben konnte und versuchte schnell mein eigenes Tempo zu finden. Solide lief ich die 5km runter. Dank der Anfeuerungen meiner Teamkollegen die auf ihren Schwimmstart warteten und den ein oder anderen Orber Boy auf der Laufstrecke, die mich ein paar Meter mitzogen konnte ich als 7. der 1. HTL und 3. in der AK die Ziellinie nach 1:12:xx überqueren und war mit einer Laufzeit von 21:30 mega happy. So konnten wir am Ende das Tages Platz 8 der Ligawertung erreichen. An das Ergebnis hätte am Anfang des Tages keiner Gedacht.

Bis zum Ende des Wettkampfs hielt das Wetter und wir fuhren mit einem Top Ergebnis für aller Teams nach Hause. Für unseren kleinen TV Bad Orb ein tip top Ergebnis.

IMG_5981.JPG

.1.Platz Regionalliga Frauen

6.Platz Regionalliga Männer

8.Platz 1. Hessenliga Männer / Frauen

 

 

 

 

 

Mädelsstammtisch Ein Interview aus der GNZ vom 12.05.2016

„Mädelsstammtisch Team Spessartchallenge“ – O(r)berGeil beim Kinzigtal Triathlon

Fünf Triathletinnen berichten über ihren Lieblingssport und ihren Saisonauftakt beim Kinzigtal Triathlon“

Mit einem Reigen an Podestplätzen setzte die Triathlon-Abteilung des TV Bad Orb ein gehöriges Ausrufezeichen beim Kinzigtal Triathlon in Gelnhausen.

Mit Julia Ertmer (Gesamtsiegerin, 1. Altersklasse W30), Katharina Kreit (Platz 6, 3. Altersklasse W30), Elisabeth Hilfenhaus (Platz 11, 3. Altersklasse W30), Hannelore Heinl (Platz 31, 2. Altersklasse W50) und Dana Wagner (Gesamtzweite, 2. Altersklasse W30), die in der nahenden Liga-Saison das Damenteam ergänzt, konnten alle angetretenen weiblichen Athletinnen in ihren Altersklassen aufs Treppchen klettern. In der Altersklasse W30 stellten Ertmer, Wagner und Kreit sogar das komplette Podium, was im Hinblick auf den Ligaauftakt in Darmstadt Anfang Juni große Hoffnung macht.

Im folgenden Interview stellen die einzelnen Athletinnen ihre Herangehensweise an den Triathlon vor und geben Einblicke in ihren Lieblingssport.

Julia, Dana, Katharina, Elisabeth und Hannelore, jeder von euch war auf dem Podest. Was ist das für ein Gefühl, bei einem Triathlon nach 500m Schwimmen, 25km Radfahren und 5km Laufen auf dem Podest zu stehen?    

Julia Ertmer: Es ist jedes mal wieder ein gutes Gefühl, eine Ziellinie zu überqueren. Weil man weiß, dass man es geschafft hat! Sei es nach einem Sprint oder nach einer Langdistanz.  Wenn das dann sogar noch mit einem Sieg belohnt wird, ist es natürlich umso schöner.

Dana Wagner: Es ist natürlich toll, auf dem Podest zu stehen, aber viel wichtiger ist mir, dass ich mit meiner eigenen Leistung zufrieden bin. Dass ich weiß, dass ich an dem Tag das Bestmögliche herausgeholt habe. Wenn andere dann schneller waren, ist das gleichzeitig Ansporn, besser zu werden.

Katharina Kreit: Natürlich ist das ein gutes Gefühl. Viel wichtiger war mir aber Spaß zu haben und gut in die neue Saison zu starten. Aber die größte Zufriedenheit auf meiner Seite war, dass ich meine guten Trainingszeiten im Wettkampf bestätigen und meine Erwartungen an mich erfüllen konnte. Das Podest ist dann nur das „i-Tüpfelchen“.

Elisabeth Hilfenhaus: Klar ist es ein schönes Gefühl einen Platz auf dem Podium zu erreichen. Gerade mit meinen kleinen 1,60m ist es immer schön, ein paar Zentimeter höher zu stehen.

Hannelore Heinl: Mit regelmäßigem Ausdauersport habe ich erst mit Ende 30 angefangen, mein Rennrad hat mir mein Mann zum 42. Geburtstag geschenkt. Den ersten Triathlon habe ich mit 44 angetreten. Das Kraulen habe ich auch erst zu dieser Zeit gelernt. Da ist es schon absolut was Besonderes für mich, es auf das Treppchen zu schaffen.

Alles in allem haben die Damen des TV Bad Orb einen erfolgreichen Start ins Triathlonjahr 2016 hingelegt. Elisabeth, dein ursprünglicher Heimatverein SV Gelnhausen richtet das Rennen aus. Ist es ein besonderes Gefühl, vor heimischer Kulisse zu starten?

Elisabeth Hilfenhaus: Ich persönlich finde es besonders schön, bei einem Triathlon an den Start zu gehen, den der Verein ausrichtet, bei dem alles für mich begonnen hat. Der Kinzigtal Triathlon wird für mich jedes Jahr zu einem besonderen Erlebnis. Die gewohnte Umgebung, sowie die bekannten Gesichter der Streckenposten auf Rad- und Laufstrecke, die meinen Namen rufen und mich anfeuern, machen die ganze Veranstaltung zu einem gelungenen Saisonstart. Bei keinem anderen Triathlon kenne ich so viele Zuschauer, Athleten und freiwillige Helfer, die mich unterstützen.

Aber auch für eine „waschechte“ Orberin ist es ein Heimrennen mit besonderen Emotionen, Hannelore?

Hannelore Heinl: Vor jedem Wettkampf bin ich das reinste Nervenbündel, aber in Gelnhausen bin ich absolut am meisten aufgeregt, da dort so viele Bekannte zuschauen.

Julia, du bist mit deinem Europameister- und Hessenmeistertitel im Duathlon bereits erfolgreich in die Wettkampf-Saison gestartet. Sind die Abläufe also bereits automatisiert? Beschreibe den Lesern mal, wie so ein Rennmorgen abläuft.

Julia Ertmer: Ich bin immer circa zwei Stunden vor dem Start am Wettkampfort, um entspannt die Startunterlagen zu holen, das Rad fertig zu machen und alles in die Wechselzone einzuchecken. Die Handgriffe in der Wechselzone sind so langsam tatsächlich routiniert. Etwa 45 Minuten vor dem Start laufe ich mich ein, um dann gut aufgewärmt an der Starlinie zu stehen.

Katharina, dies war dein erster Start in Gelnhausen. War das eine besondere Anspannung vor dem Start?

Katharina Kreit: Logo, aber auch Freude. Für uns Orber ist Gelnhausen ja immer der Start in die neue Triathlonsaison. Man trifft immer alte Bekannte, Freunde und viele Teamkollegen. Da will man sich natürlich keine Blöße geben. Außerdem ist Gelnhausen immer stark besetzt und ist eine gute Standortbestimmung für die kommende Saison.

Hannelore, in deinem Rennkalender ist Gelnhausen seit Jahren „gesetzt“. Von Julia Ertmer hat man bereits lesen können, dass sie viel Zeit investiert, um so erfolgreich zu sein im Triathlon. Nun hast du in deiner Altersklasse ebenfalls auf dem Podest gestanden. Wie viel Zeit investierst du wöchentlich für deinen Lieblingsport?

Hannelore Heinl: Neben Vollzeitjob, Vierpersonenhaushalt, Haus und Garten bleibt nicht so viel Zeit. Radfahren wöchentlich ca. 5 bis 7 Stunden, davon eine lange Strecke am Wochenende. Laufen gehe ich meistens vor der Arbeit zweimal pro Woche. Schwimmen außerhalb der Freibadsaison „nur“ zweimal wöchentlich. Insgesamt sind das im Winter- bzw. im Frühjahr um die 7-10 Wochenstunden. Im Sommer wird das schon etwas mehr, bis zu 14 Stunden. Da gehe ich vor der Arbeit noch zusätzlich ein- bis zweimal zum Frühschwimmen im Orber Freibad. Das alles klappt aber mit Familie nicht immer so wie man das gerne hätte, deshalb nutze ich Feiertage und Urlaub für Sondertrainingseinheiten. Im Urlaub machen mein Mann und ich dann täglich Sport.

Katharina, mit deinem 6. Platz bestätigst du eine gute Form. Beschreibe deinen Trainingsalltag und wie du das Spagat zwischen Beruf und ambitioniertem Triathlonsport hinbekommst?

Katharina Kreit: Das ist gar nicht so schwer. Wichtig ist, dass man es gerne tut. Natürlich muss man sich gut organisieren, hierbei helfen mir sportfreundliche Arbeitszeiten als Physiotherapeutin und mein Umfeld, was mich tagtäglich unterstützt. Aber Schwimmen, Radfahren und Laufen muss man am Ende doch selbst. Unter der Woche stehen neben meiner Arbeit dann täglich eine Einheit auf dem Plan, am Wochenende dann auch mal zwei. Am liebsten würde ich natürlich mehr trainieren, aber das Ganze muss eben auch finanziert werden.

Klingt fleißig, Katharina. Was kann das Team von dir diese Saison noch erwarten?

Katharina Kreit: Was ich diese Saison leisten kann, vermag ich jetzt noch nicht zu sagen, da bin ich selbst gespannt. Dank der Trainingspläne von Nina Vabic konnte ich mit einem gezielten und strukturierten Training eine wahnsinnige Leistungssteigerung im letzten Jahr erzielen. 2015 war dementsprechend eine Wundertüte voller persönlicher Erfolge. Natürlich hoffe ich auf ein ebenso gutes Jahr in 2016. Aber auf jeden Fall kann das Team maximalen Einsatz, Kampfgeist und Freude an meinem Lieblingssport von mir erwarten und bekommen.

 Julia und Elisabeth, ihr seid im letzten Jahr Teil der Bundesligateams des TV Bad Orb gewesen und durftet gegen Olympiateilnehmer antreten. Der sofortige Abstieg nach nur einer Saison war für das bis dahin Erfolg verwöhnte Team ein Dämpfer. Könnt ihr dem Projekt „Bundesliga“ im Nachhinein dennoch ganz persönlich etwas abgewinnen und für euch etwas mitnehmen auch für die kommende Saison?

Julia Ertmer: Die Erfahrung, mit Topathleten an der Startlinie zu stehen, war einfach einmalig. Die ganze Atmosphäre bei den Rennen war sehr professionell. Das machte jedes Rennen zu einem ganz besonderen. Ich habe viele Erfahrungen und vor allem, Erlebnisse sammeln können, die man für immer behalten wird.

Elisabeth Hilfenhaus: Trotz des Abstiegs in der letzten Saison, bleiben mir ganz viele Erinnerungen an eine Zeit, die sehr aufregend war. Gemeinsam mit dem Team zu Bundesliga-Wettkämpfen in ganz Deutschland zu fahren, hat mir gezeigt, dass Triathlon Menschen zusammenbringen kann. Mit Profitriathleten an der Starlinie zu stehen, war für mich persönlich ein große Ehre. Ich konnte viele sportliche Erfahrungen auf einer anderen Ebene machen, die ich natürlich in die kommende Saison mitnehme. Hierzu zählt vor allem das Schwimmen in einem großen Pulk und der Umgang mit Misserfolg.

Dana, du stößt diese Saison neu zu den erfolgreichen Mädels vom TV Bad Orb hinzu. Mit Julia Ertmer und dir sind die beiden ersten des Damenfeldes in einer Mannschaft vereint. Was sind deine Erwartungen an die Liga-Saison mit dem Team?

Dana Wagner: Ich erhoffe mir eine Menge Spaß mit dem Team und freue mich darauf, dass wir in der Regionalliga zeigen können, was wir drauf haben. Ich kenne zwar das Niveau in der Regionalliga hier noch nicht, aber ich denke, dass wir gute Chancen haben, ganz vorne mitzumischen. Es wäre super, wenn wir voneinander profitieren könnten und uns gegenseitig pushen.

Beide Liga-Teams der Damenabteilung des TV Bad Orb treten am 5. Juni beim Darmstädter Woogsprint beim Ligaauftakt an. Die erste Mannschaft hofft auf eine ähnlich gute Saison wie 2014, als mit der Meisterschaft in der Regionalliga Mitte der Aufstieg in die erste Triathlon Bundesliga gefeiert werden konnte. Und auch das zweite Team erhofft sich gute Chancen und tritt nach dem Aufstieg im letzten Jahr in der höchsten hessischen Triathlon Liga an.

Who´s perfect/ Fast perfekt

Die meisten von uns führen täglich einen Kleinkrieg gegen sich selbst. Man ist ständig unzufrieden. Jeden Tag steht man im Wettbewerb, ständig vergleicht man sich mit anderen. Der Druck ist nicht nur im Beruf spürbar, sondern auch im Privatleben wird man ständig aufgefordert sich zu verbessern. Schöner, besser, toller und perfekter jeden Tag wird man mit dem Konkurrenzdruck konfrontiert. Diese Konfrontation ist besonders in den sozialen Netzwerken präsent. Dort erfährt man direkt, wer ist wie gut, sieht besser aus, wiegt weniger oder ist schneller. Ob das alles der Wahrheit entspricht kann man nicht nachvollziehen, aber immer wieder hört man von jungen Frauen, die Stunden lang nach dem perfekten Foto suchen um es dann zu posten. Mit der Wahrheit hat das in dem Sinn nichts zu tun. Hier will jeder einen guten Eindruck hinterlassen. Die Konfrontation mit anderen und der Druck durch die Bewertungen ist hier so stark wie nirgendswo anders. Hier steht man schnell im direkten Vergleich zu den anderen, wer ist trainierter, wie komme ich an und was haben die anderen gemacht. Hier stellt sich schnell die Frage, mache ich das noch für mich oder für die anderen.  Aber warum? Vielen fällt es schwer sich selbst zu so zu akzeptieren wie sie sind. Aber wo ist die Grenze von überzogenen Selbstoptimierung und gesundem Anspruch an sich selbst?  Der Druck auf sich selbst wächst auch im Alltag. Sind wir überhaupt in der Lage alle Facetten unseres „Ich“ noch war zu nehmen oder sind wir schon so gepolt immer nur das Schlechte und Negative zu sehen? Gibt es überhaut Menschen die vollkommen zufrieden mit sich und wie schaffen sie das?

Im Sport kennt man diesen Druck schon länger. Viele glauben, dass Sportler mit diesem Druck besser umgehen müssen oder können. Wer einmal Leistung gebracht hat, von dem wird immer Leistung  erwartet. Aber warum ist das so? Warum steht man immer mehr unter dieser großen Erwartungshaltung von sich und von außen?

Die meisten Sportler setzen sich einem ständigen und permanenten Druck aus, um immer erfolgreicher zu sein. Dies führt dazu, dass eine Zufriedenheit nur im absoluten Erfolgsfall eintritt. Dafür ist man bereit härter zu trainieren. Der Preis dafür ist häufig sehr hoch. Man ist bereit für den Erfolg über seine Grenzen zu gehen, vielleicht auch zu weit über seine Grenzen. Für den Erfolg nehmen die meisten sogar gesundheitliche Probleme in Kauf. Die Angst vorm Versagen ist häufig größer als die Vernunft. Das Streben nach Erfolg und Anerkennung in der Bevölkerung ist größer als die Achtung vor dem eigenen Körper.

Grundsätzlich ist es nicht falsch sich in seinem Leben Ziele zu setzen. Wichtig ist nur, dass diese Ziele reflektiert und realistisch sind. Denn nur so kann ein positiver Effekt und eine Leistungssteigerung eintreten. Ziele können motivieren und einen anspornen am Ball zu bleiben, aber eine überzogene Selbstoptimierung ist nicht die richtige Wahl und führt häufig zum Gegenteil. Man sollte seine Grenzen kennen und diese richtig einschätzen könne. Eine Selbstreflektion kann hierbei sicherlich helfen, um zu sehen wo man steht und wo man hin will. Hier können auch (echte) Freunde und Familie zur besseren Einschätzung helfen. Das Wichtigste ist jedoch immer: Egal was man tut, man tut es für sich selbst und nicht für andere, der Lohn ist der eigene Erfolg und keine Hits oder Likes.

 

Ab auf die Rolle!!!

Draußen wird es Winter, die Temperaturen fallen und der Winterblues stellt sich ein. Regen, Sturm, Wind und Schnee, da wird aus Outdoorlust manchmal Outdoorfrust. Besonders auf dem Rad macht einem das deutsche Schmudelwetter zu schaffen und versaut einem so manches mal die Trainingseinheit. Zudem kommt auch noch, dass es immer früher dunkel wird, da macht das radeln nicht nur keinen Spass, sondern ist auch echt gefährlich. Ich verziehe mich dann immer gerne auf die Rolle, da ist es schön warm, trocken, man muss sich nicht mit Unmengen an Kleidungsschickten bekleiden und man ist zeitlich total unabhängig.  Jedoch merke ich immer wieder, dass sich beim Radtraining auf der Rolle immer wieder die Geister scheiden. Langweilig, stumpfsinnig und schweißtreibend höre ich oft von Kollegen. Ich sehe es eher abwechslungsreich, effektiv, anspruchsvoll und vor allem effizient. Ich schwitze lieber bei einer Lieblingssendung, als draußen zu frieren und zu merken, dass mich meine Füße und Hände so langsam verlassen.

Die Rolle bietet viele Vorteile, in allen Disziplinen konzentriert man sich im Winter eher auf die Technik. Warum also nicht auch beim Radfahren? Die Rolle ist der beste Ort, um an seiner Trittfrequenz und seiner Technik zu arbeiten.  Man ist frei von äußeren Einflüssen. Man muss sich nicht auf seine Umwelt konzentrieren und auf den Straßenverkehr achten, da bietet es sich an, an einem runden Tritt und der Trittfrequenz zu arbeiten. Das geht am besten beim Einbeinig fahren und mit einer Trittfrequenzpyramide.  Besonders beim Einbeinig fahren muss darauf achten, einen runden Tritt bei zu behalten. Man muss ohne Schwung aktiv drücken und ziehen. Solche Übungen tragen zu einem ökonomischen Tritt bei. Sowas ist im öffentlichen Straßenverkehr unmöglich und solche Spielereien machen das Rollentraining so abwechslungsreich und effektiv.

Auf der Rolle gibt es eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten und Programmen, die man fahren kann. Viele setzen sich einfach auf das Rad und spulen dort ein Dauerprogramm von 2 Stunden ab. Solch eine Methode ist langweilig , da hilft auch der Fernseher nicht viel. Aber was ist beispielsweise mit einem Intervalltraining im Kraftausdauerbereich? Auf der Rolle ist man in der Lage die Intervalle voll auszufahren, ohne Störungen durch  Ampeln oder querenden Fußgängern. Das steigert meiner Meinung nach die Effektivität. Zur Entwicklung der Kraftausdauer ist die Rolle optimal, hier geht es in erster Linie darum einen besonders großen Wiederstand zu überwinden, dabei reduziert sich dann die Trittfrequenz. Die meisten Rollen haben verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, um den Wiederstand anzupassen. Wenn man hier effektiv powert reicht ein Programm von 1-1,5 Stunden völlig aus und schon bei 45 min fahren erhält man die Motorik. Auf der Rolle ist die reine Fahrtzeit gleich der absoluten Dauer der Trainingseinheit. Das meine ich, wenn ich von einem effizienten Training spreche.

TiPPS um das Rollentraining erträglicher zu machen:

  1. Fenster kippen oder auf machen. Beim Training auf der Rolle fehlt der Fahrtwind und bei körperlicher Anstrengung ist der Sauerstoff im Raum ruck zuck aufgebraucht. Das macht es schnell stickig.
  2. Viel trinken. Trinken beim Sport ist generell extrem wichtig, doch durch die stehende Luft im Raum und die Anstrengung, wenn man richtig trainiert kommt man schnell und stark ins schwitzen. Eine Flüßigkeitsrückfuhr ist extrem wichtig.
  3. Auch die neusten Rollen produzieren Lärm, wenn man richtig in die Pedale tritt. Um den Schall ein bisschen zu dämmen, legt man besten eine Isomatte unter das Rad. Das reduziert den Lärm. Die Nachbarn werden dankbar sein. Gleichzeitig schützt es den Boden vor Schweiß.
  4. Das Rad sollte geschützt werden. Das im Schweiß enthaltene Salz kann das Rad angreifen. Deshalb das Rad vor Schweiß schützen und regelmäßig abwischen. Viele Hersteller liefern ein Schutztuch mit was man über das Oberrohr spannen kann. Aber ein Handtuch tut es auch.
  5. Musik auf die Ohren oder Lieblingssendung an. So hat man ein bisschen Ablenkung, was die Zeit ein bisschen verkürzt.
  6. Sich vorher Gedanken machen, was man trainieren kann und sich ein abwechslungsreiches Programm ausdenken. Nutzt die Möglichkeiten, die ihr auf er Rolle habt. Das macht mehr Spaß und ruck zuck ist die Einheit vorbei.
Kraftausdauertraining
KA1 -extensives Kraftausdauertraining längere Intervalle mit moderatem Widerstand
10-15 min ein
4×10-15min bei hohem Widerstand Trittfrequnz 50U/min dazwischen 5 min locker dabei 1-2 mal auf 110 U/min
10-15min aus
KA2- intensives Kraftausdauertraining kürzere Zeitintervalle bei höherem Widerstand als bei KA1
10-15min ein
8×3-5min 40-60U/min bei höherem Widerstand als KA1 dazwischen 5-7min im Grundlagen Bereich
10-15 min aus
Motorik und Techniktraining
10-15min ein
8-10x 1-3 min ( Anfänger) 4-10min (Geübte) im Wechsel einbeinig fahren
dazwischen 1-3 min mit hoher Trittfrequenz fahren 110-120 U/min um die Technik direkt umzusetzen
10-15min aus
Trittfrequenzpyramide
10-15min ein
5min 100 U/min
3min 110 U/min
1min 120 U/min
3 min 110 U/min
5 min 100 U/min
dazwischen 1 min locker/ Ziel auf einen ruhigen Oberkörper achten
10-15min aus
Als Fazit: Rollentraining kann mehr leisten als viele denken. Wenn es draußen nicht geht kann es eine super Alternative sein um auch im Winter intensive Reize zu setzen und effektiv zu trainieren.
Also versucht immer mal was neues und bleibt in Bewegung.

Off Saison/ Ausnahmezustand oder wohlverdiente Pause

Ich befinde mich nun seit 2 Wochen wieder im strukturierten Triathlontraining. Nach meinem Halbmarathon auf den ich mich laufspezifisch vorbereitet habe, begann meine Off Saison, zwei Wochen mal richtig Pause machen. Auf einmal ist alles anders. Gerade am Ende der Saison musste man sich manchmal ganz schön in den Arsch treten und seinen Schweinehund überwinden, um die letzten wichtigen Einheiten über die Bühne zu bekommen. Jetzt ist alles anders, man soll die Füße hoch legen, sich ausruhen und vielleicht an Sport denken, es aber nicht tun. Jetzt ist alles egal, kein Trainingsplan, keine Trainingsdokumentation, ein Leben ohne Werte und Zahlen. Werte und Zahlen, die im Training sonst eine wichtige Säule in der Planung und Auswertung spielen. In der Off Saison steht dann 2 Wochen, Kopf frei bekommen, Seele baumeln lassen, Motivation sammeln und das tun auf was man Lust hat im Plan.

In meiner Off Saison hab ich mich hauptsächlich mit Zukunft und Vergangenheit beschäftigt. Meine Saisonplanung 2016 und eine Reflektion von 2015 fanden in der Zeit statt. Ich blickte zurück was besser geworden ist und nach vorne an was ich nun arbeiten will. Welche Wettkämpfe will ich machen, besonders schöne und harte, sowie neue Herausforderungen. Was muss ich tun, um meine Ziele zu erreichen? All das war dieses Jahr Thema in meiner Off Saison. Das mit dem Füße hochlegen konnte ich jedoch nicht ganz so einhalten. Dieses Jahr hatten wir einen wundervollen Herbst mit wahnsinnig schönen Tagen und Sonne ohne Ende. Da konnte ich nicht zum Spaziergänger und Couchpotatoe mutieren. Ich musste einfach raus. Die schöne Herbstluft auf dem Rad oder in meinen Laufschuhen erleben. Auch wenn es einem als 24/7 Sportler schwer fällt mal Sport, Sport sein zu lassen ist es auch mal ganz schön nicht dem Druck und der ständigen Alltagsorganisation zugunsten des Trainingsplans verfallen zu sein. Man kann Dinge machen zu denen man sonst nicht kommt. So war ich dieses Jahr nach über 3 Jahren Beziehung das erste Mal mit meinem Freund alleine im Kino. Häufig liegt man fertig nach langen Trainingseinheiten auf dem schönen Sofa und kommt dann einfach nicht mehr hoch, in der Off Saison ist sowas leichter zu organisieren. Auch so hat man viel Zeit für das ein oder andere wichtige und unwichtige.

Aber nach 2 Wochen war es wirklich gut, ich habe meine Saison gut überstanden. Nichts zwickte und zwackte, da musste man die Pause nicht künstlich verlängern. Außerdem hatte ich wieder so richtig Bock, so lange Pause wollte ich nicht machen. Also schrieb ich motiviert meiner Trainerin; ab November geht es wieder los. Seitdem befinde ich mich wieder im strukturierten Training. Jedoch fange ich langsam an. Die Umfänge werden langsam aufgebaut. Im Vordergrund stehen nun eher Athletik, Kraft und Technik. Besonders im Laufen und im Schwimmen gibt es dort eine Vielzahl von tollen Übungen, mit denen man seine Technik verbessern kann und sich somit ökonomischer fortbewegen kann. Eine besser Technik erleichtert dann das Arbeiten an Speed und Ausdauer. Die Bewegungen sind sauberer und können somit auch gelenkschonender ausgeführt werden. Wodurch man auch eine sekundäre Verletzungsprophylaxe betreibt, um dann auch 2016 ohne Zwicken und Zwacken über die Bühne zu bekommen.

Throwback 2015

In einer Saisonpause hat man die Möglichkeit nach vorne und zurück zu blicken. Gutes und schlechtes zu reflektieren und sich Gedanken darüber zu machen, was man erreicht hat und was man erreichen will. Ich bin dankbar dafür, 2016 endlich meinen Traum von einer Mitteldistanz erfüllen zu können, aber der Weg dahin hatte Höhen und Tiefen.

Mein Jahr 2015 fing eigentlich genauso an wie 2014 aufhörte.

Dazu erstmal in die zweite Hälfte 2014 zurück. Nach meiner Saison 2014 entschied ich mich dafür, mir Trainingspläne schreiben zu lassen. Zum einen damit ich mich einfach ein bisschen weniger unter Druck setze und zum anderen sollte es endlich mal vorwärts gehen, was 2014 nicht wirklich der Fall war. In meiner Trainingsgruppe in Offenbach trainiere ich mit ambitionierten Leistungssportlern, die jedes Jahr auf Meisterschaftsjagd auf nationaler und internationaler Ebene gingen. Dadurch setzte ich mich immer zu sehr unter Druck und hatte kein richtiges Gefühl für ein richtiges Maß an Training. Wenn ich da keine zweistellige Wochenstundenzahl nennen konnte, fühlte ich mich schlecht. Ich dachte immer als Triathlet muss man in der Woche locker über 10 Stunden die Woche kommen,egal wie. Das Planen der Trainingseinheiten, das Strukturieren und das Periodisieren stresste mich teilweise mehr als das trainieren selbst. Wenn ich das mir selbst auferlegte Pensum nicht schaffen konnte, geißelte ich mich mit einem schlechten Gewissen und Vorwürfen. Ein Trainer sollte Abhilfe schaffen, mir sagen das machst du und das nicht, das ist gut für dich und das nicht und das trainierst du die Woche, fertig. Ich kann es nur empfehlen, mir ging es sofort besser und war wöchentlich erstaunt darüber wie wenig Training ich im Plan stehen hatte. Es lies sich alles super bewältigen ohne Probleme und schlechtes Gewissen. Für mich eine Investition in ein entspannteres Sportleben. Der andere Grund war, seit 2013 blieben Verbesserungen aus. Ich trainierte kontinuierlich, aber ich blieb stehen. Ich bewegte mich nicht nach vorne und zum Ende hatte ich sogar das Gefühl, dass es immer schlechter wurde. Ein Trainer sollte mögliche Fehlerquellen im Trainingsaufbau beseitigen und ich versprach mir endlich die magische 1 Stundenmarke auf 10km sicher hinter mir zu lassen. Dieser Erfolg blieb jedoch erstmal aus. Jetzt zu 2015, für mich ein sehr spannendes Jahr.

2015!!!

Nina ( meine Trainerin) verzweifelte, im Januar liefen wir Intervalle zusammen, ich am Limit und sie locker nebenher “ 400m in unter 2 min das muss doch gehen“ ihre Aussage. Schließlich haben wir schon 3 Monate intensives Training hinter uns, aber die 2min blieben hartnäckig. Sie war ein bisschen ratlos, ich verzweifelt. Im Februar dann, der erste Test, 10km Winterlaufserie Jügesheim, unter einer Stunde hatte ich mir vorgenommen und viele anderen hofften es. Im 6er Schnitt lief ich an. Im Ziel war ich nach 1:01 deprimiert, niedergeschlagen und total frustriert. Ich merkte auch, dass Nina nicht ganz zufrieden war, baute mich aber auf und zeigte eine gewisse Zuversicht. In der Woche danach analysierten wir alles, bis sie zu dem Entschluss kam, ein großes Blutbild muss her, da ist irgend was, was wir nicht sehen. Ich nahm jeden Tipp dankbar an. Freitag drüber gesprochen und Montag in die Tat umgesetzt, aber ich erwartete nichts, ich fühlte mich wie immer weder krank noch schlapp. Dann kann der Schock, meine Blutwerte waren grauenvoll. Kein Eisenspeicher einen Hämoglobinwert von gerade mal 8 ( normal 14), und alles was mit meinen roten Blutkörperchen zu tun hatte war zu klein, verkümmert und zu schlecht ausgebildet. Es gab berechtigt Grund zu sorge, mein Hausarzt legte ein ernstes Gesicht auf und nahm mahnende Worte in den Mund. Die Frage stellte sich wo das her gekommen war. Schlimme Theorien schwebten im Raum und der Wasserspeicher in mir stieg an, bis er irgendwann in einem Bächchen von Tränen übrlief. Mir war alles zu viel. Die erste Amtshandlung von ihm um mich wieder in die richtige Spur zu bekommen: Überweisungen zu allen Fachärzten, die ich kannte, Eisentabletten in Dosen von 200mg 2x am Tag und das schlimmste 6 Wochen absolute Ruhe, kein Sport, keine körperlichen Anstrengungen. Ich war fix und fertig. 6 Wochen… Das war genau bis zu meinem Trainingslager auf Lanzarote über Ostern. Wenn ich keinen Sport machen darf gibt es einen Strandurlaub, dachte ich. Schrecklich ich wollte gar nicht darüber nachdenken, den anderen beim Trainieren zu schauen zu müssen. Ob ich trainieren durfte oder nicht hing von meinen Blutwerten ab. Wenn ich einen HB von 10 bis dahin erreiche dürfe ich langsam wieder anfangen. Ich tat alles: Rotebeete, Amecken Eisen+, Eisentabletten, Beeren, viel Fleisch und und und. Der Ärtze Marathon ergab außer große Augen, das ich für diese Werte noch sehr gut aussehen würde, nicht viel. Also schlug ich die Zeit tot und wartete geduldig Woche 6 ab und kümmerte mich um meine Rote Armee. Sie dankten es mir mit einem HB von 10,6. Das Trainingslager war gerettet, aber natürlich lief das Training auf Sparflamme. Ich fing ganz locker an und erst in der zweiten Trainingswoche konnte man von Trainingslager sprechen. Aber schon auf Lanzarote merkte ich eine Leichtigkeit im Sport, wie ich sie noch nie hatte. Harte Einheiten waren zwar hart aber nicht lähmend. Ich spürte, dass sich was in meinem Körper bewegte und berichtete allen freudig über mein Fortschritte; schnelle Einheiten und Zeiten die unglaublich erschienen.

Zu Hause angekommen und regeneriert zeigte sich, dass der HB weiter stieg und mit 13,8 normal zu sein schien. Nach 10 Wochen aufpeppen mit Eisen stellte ich mich meinem ersten Härtetest. 10km, Lauf für Mehrsprachigkeit. Die Erwartungen waren nicht sehr hoch, 6 Wochen kein Training, das wird sich bemerkbar machen. Gleiches Ziel wie im Februar, jedoch anderes Ende. Ich lief an und von km zu km wurde das Laufen leichter, es war unfassbar und ein unbeschreibliches Gefühl. Auf zweiter Runde ein Gefühl was ich noch nie hatte, ich überholte Läufer ich lief nur noch lachend und konnte bis zum letzten Km noch beschleunigen. Im Ziel dann, 51:39. Kaum zu Glauben, 10 min schneller als im Februar. Ich war fertig mit der Welt und erntete wieder große Augen, aber diesmal vor Freude. Alle freuten sich für mich und ich noch viel mehr. Die 60min Marke war überwunden und das deutlich. Wenn ich das heute so schreibe, kann ich es immer noch kaum glauben. Eine 51 hoch wie aus dem nichts. Aber das war noch nicht alles. Mein Jahr ging so weiter, eine Bestzeit jagte die andere und ich bekam ein ganz neues Sportgefühl. Angekommen in der Triathloncommunity, akzeptiert von anderen Athleten fühlte ich mich gleichberechtigt. Die Angst letzte zu werden war weg und ich konnte endlich mit einem besseren Gefühl zu Wettkämpfen fahren. Ich sorgte bei mir, und bei anderen 2015 für große Überraschungen, als Ersatzfrau zu beginn der Saisonplanung wurde ich nun in Bruchköbel beste Orberin und lies viele Ligaathletinnen hinter mir. Der Erfolg brachte mir Selbstvertrauen und spornte mich an bis zu meinem Saisonende Bestleistungen zu bringen. Ich wollte bis zum Ende wissen was drin ist, was steckt in mir. Zum Ende absolvierte ich in zwei Mitteldistanzstaffeln, was eine Mitteldistanz in zwei Wochenende ergab. Mein Test für 2016.  Der krönende Abschluss für mich waren die Bestzeiten über 10km bei der Spessartchallenge in Bad Orb und über einen Halbmarathon. Beide zeigen mir, dass 2016 noch besser werden kann, ich bin bereit hart zu arbeiten und besser zu werden.

Heute versuch ich nach vorne zu schauen und mich zu freuen, dass sportliche Träume nun in die Nähe der Leistungsfähigkeit gerückt sind und nicht mehr verschwommen in der Ferne warten. Im Frühjahr haderte ich noch damit 2014 verschenkt zu haben. Ein Jahr umsonst trainiert zu haben. Da ich nun weiß, dass sich diese schlechten Werte langsam seit Mai 2014 aufgebaut haben, kann ich diese Gedanken verwerfen. Ich habe buchstäblich meine Körper in den Keller gewirtschaftet. Das hat mich wahnsinnig frustriert und ich hab mehr darüber nachgedacht wo ich heute stehen könnte wenn ich gewisse Fehler nicht gemacht hätte. Heute glaub ich auch aus 2014 profitiert zu haben. Der Körper vergisst und verlernt nichts, die Reize die ich gesetzt habe waren da, ich konnte sie nicht verarbeiten und ich bin mir sicher, dass diese Leistungsexplosion so nicht möglich gewesen wäre, denn nur Eisentabletten alleine machen keinen besseren Sportler aus mir. Aus Fehlern lernt man und heute versuche ich, auch dank meiner Trainerin, bewusster zu trainieren und auf meinen Körper zu achten. Wenn der Körper nach Pause schreit sollte man sich nicht die Ohren zu halten und weiter rennen. Die Signale unseres Körpers sind die wichtigsten Richtlinien, die wir haben und auf die wir hören müssen. Schließlich haben wir nur einen davon und keinen ganzen Kleiderschrank voll und mit dem müssen wir haushalten. Erfolge sind nicht alles und dürfen auf keinen Fall auf Kosten der Gesundheit erreicht werden. Be Tri and have fun.

2016 soll mein Jahr werden, ich will mich weiter verbessern und meine Ziele erreichen. Aber werde dabei immer wieder ein Auge auf meinen Körper und meine Gesundheit haben.  Also bleibt in Bewegung und passt auf euch auf.imageimageimage

image