Trend Flossing, was steckt dahinter!

Nach der Blackroll und anderen Faszientechniken kommt nun auch der Trend des Flossing oder Voodoo/ Ninja Flossing über den Teich zu uns. Entwickelt wurde diese Therapiemethode 2013 von Dr. Kelly Starret (amerikanischer Physiotherapeut und Crossfittrainer); in seinen Büchern „Ready to run“ und „Werde ein geschmeidiger Leopartd“ beschreibt er diese Technik ausführlich. Hauptbestandteil sind hierbei elastische Bänder die zirkulär um Gelenke und Gewebe gewickelt werden. Ziel dieser neuen Therapie soll es sein, eine Schmerzlinderung und eine Bewegungsverbesserung zu erreichen. Unter Berücksichtigung anderer Therapieprinzipien wie der Osteopathie und der Physiotherapie kann das Flossing noch vielschichtiger Eingesetzt werden. Hierbei gilt das Motto „Optimieren durch Komprimieren“

Grundlagen des Flossings

Das Flossing kommt einer Kompressionstherapie gleich, durch die man eine Art Abschnürung des Gewebes  und einen enormen äußeren Druck auf die Strukturen erreicht. Unter diesem Zustand wird dann das Areal  so gut wie möglich durchbewegt. Durch diesen Effekt kann man auf eine Vielzahl von Strukturen Einfluss nehmen und Beschwerdebilder behandeln. So sollen Gelenkschmerzen beseitigt, Muskelkontraktionen verbessert, Verklebung beseitigt und die Gleitfähigkeit verschiedener Strukturen verbessert werden. Außerdem können durch die Kompression Schwellungen im Gewebe und Gelenken behandelt werden. Zu beachten sind hierfür nur die verschiedenen Wickeltechniken. Nicht Anwenden sollte man diese Technik bei Malignom, Thrombosen, akuten septischen Entzündungen, auch bei Fieber, Krampfadern, Hypotonie und Schwangerschaft sollte eine Anwendung im vorhinein abgeklärt werden. Bei jeglichen Wunden und anderen Hautveränderungen ist von einer Anwendung ebenfalls abzuraten. Wie bei jeder Behandlungsmethode können auch hier gegebenenfalls Nebenwirkungen auftreten. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hautreizungen durch den mechanischen Reiz der Bänder auf der Haut. Genauso können durch  den mechanischen Zug auf das Hautareal und durch das Lösen von Crosslinks, kleinere Kapillaren in der Haut reisen, wodurch es zu einer Hämatombildung kommen kann. Durch diese Effekte wird die Wirkungsweise der Anlagen aber in keinem Fall beeinflusst. Der Heilungsverlauf und das angestrebte Therapieziel kann trotzdem noch erreicht werden.

Da das Flossing eine sehr aggressive Therapiemethode ist, ist eine Aufklärung der Patienten enorm wichtig.

Das Prinzip des Flossings

3 grundlegende Effekte sind für die Wirkungsweise des Flossings verantwortlich und können beobachtet werden.

SCHWAMMEFFEKT

SUBKUTANE IRRITATION

KINETIC RESOLVE

Die Ziele jeder Anlage sind eine  Schmerzlinderung, durch die Beeinflussung des autonomen Reparatursystems des Körper, Verbesserung des Schwellungsabbaus durch eine erhöhte Resorptionsfähigkeit des Lymphgefäßsystems und eine Durchblutungsförderung und Stoffwechselverbesserung. Aber auch während eines Krafttrainings kann auf ein Hypertophieeffekt Einfluss genommen werden.

Der Schwammeffekt

Bei dieser Behandlung wird sich eben genau die Funktion des Schwammes zu eigen gemacht. Durch eine extrem hohe Kompression wird das Gewebe quasi wie ausgedrückt. Der gesamte venöse Abfluss wird abgeschnürt und der arterielle Zufluss gehemmt. Bei Gelenkanlagen wird ein extremer Hochdruck im Gelenk erzeugt. Die Zellen werden wie ein Schwamm ausgepresst. Im ersten Augenblick erscheinen diese Therapieeigenschaften erstmal sehr negativ. Der Stoffwechsel im abgeschnürten Bereich liegt lahm. Jedoch wird dieser negative Zustand lediglich für maximal 2 Minuten aufrechterhalten. Durch diesen Zustand des Mangels reagiert der Körper nach auflösen der Kompression sehr effektiv mit einer Mehrdurchblutung, frische Zellflüssigkeit strömt ein und schwemmt alte hinaus und der Lymphfluss wird um ein mehrfaches gesteigert. Bei Gelenkeinlagen wird die Trophik des Gelenkes verbessert und die Gelenkschleimhaut besser ernährt. Eben genau der Effekt eines Schwamms. Die Regenerationsfähigkeit kann dadurch gut unterstützt werden, die beanspruchte Muskulatur kann so besser mit neuen Stoffen versorgt werden und die Durchblutung verbessert werden.

Ein weitere Effekt des Flossens ist der Effekt des Kinetic Resolve. Übersetzt bedeutet resolve sowas wie lösen. Hierbei werden mechanische Crosslinks im Gewebe bzw. Verklebungen der Faszie gelöst. Dies geschieht während der Anlage durch Bewegen des Gewebes. Bei dieser Anlage entsteht durch die Bänder eine hohe Kompression, wodurch sich Haut und Band miteinander verbinden. Durch die Bewegung wird dann eine Verschiebung des subcutanen Gewebes ( Unterhaut; Faszie, Muskeln usw.) hervorgerufen, so werden interfasziale Crosslinks ( Verklebungen) gelöst. Zugleich wird durch die starke Verbindung zwischen Haut und Flossingbändern ein Unterdruck, ähnlich dem aus der Technik des Schröpfens bekannt, hervorgerufen. So kann während der Behandlung eine hohe Verschiebung der unterschiedlichen Gewebsschichten in alle Richtungen erreicht werden.

Die letzte Wirkungsweise ist die Subcutane Irritation. Diese ist uns unbewusst schon häufig in unserem Alltag begegnet und bestens bekannt. Wenn man sich heftig am Schienbein oder Ellenbogen stößt fangen wir an diesen zu reiben, dies geschieht meistens unbewusst als Reaktion auf den Schmerzreiz. Diese Rektion ist jedoch nicht nutzlos, sondern hat einen tiefen neurologischen Hintergrund. Die Mechanorezeptoren leiten ihre Reize ( Druck, Reibung, Bewegung etc.) schneller weiter als die Nozizeptoren ( Schmerzrezeptoren). Somit kommt es bei gleichzeitigem Auftreten beider Reize zu einer Überlagerung des Schmerzreizes kommen. Der Schmerz wird somit nicht mehr so stark und deutlich wahrgenommen. Dies wird dann als subcutane Irritation bezeichnet, was nichts anderes bedeutet, als dass sich die Mechanorezeptoren im subcutanen Gewebe befinden und man über Impulse auf der Haut diesen Effekt hervorrufen kann.

Applikationstechnik

Mit der Anlage beginnt man immer am körperentferntesten Punkt des Bereiches den man behandeln möchte. Der erste Rundzug bildet die Basis der Anlage und sollte schon mit deutlichen Zug von 50-60% des Bandes angebracht werden. Dann wird das Areal rund nach oben abgebunden. Das Band sollte hierbei immer um 50% überlappen. An der Hauptstelle/ Behandlungsstelle/ Schmerzstelle sollte dann ein Zug von 80% oder mehr aufgebaut werden. Dieser darf aber nicht zirkulär werden, so gibt man auf der Behandlungsstelle z.B. Oberschenkelvorderseite 80% Zug und auf der Oberschenkelrückseite geht man wieder auf 50% zurück. Ansonsten sorgt man für eine extreme Kompression im gesamten Gewebe, was gewisse Gefahren mit sich bringt. Das Ende des Bandes wird einfach in der Anlage eingeklemmt. Da durch diese Anlagen ein extremer Reiz ins Gewebe gegeben wird und man stark auf den Durchblutungskreislauf des Gewebes Einfluss nimmt, sollte die Anlage nicht länger als 2 Minuten angelegt werden. Bei einem unwohlen Gefühl oder Symptomen wie Taubheit oder Schmerzen unterhalb der Anlage sollte die Anlage sofort aufgelöst werden.

In der Anlage kann nun aktiv mit allen bekannten Bewegungen gearbeitet werden um den Effekt des Kinetiv Resolves (s.o.) zu erreichen. Hierbei können in der Regel Schmerzen entstehen, diese sollten aber nicht die bekannten Schmerzen sein, sondern Schmerzen die durch die Reizung der Rezeptoren und welche durch das Durchbrechen der Crosslinks und anderen Faszienverklebungen erzeugt werden.

Nach 2 Minuten sollte dann das Band so schnell wie möglich abgenommen werden, um den gewünschten Effekt der Mehrdurchblutung im Körper zu erzeugen. Dies dient zur Versorgung des abgeschnürten Gewebes, diesen Effekt kann man gut durch aktives Bèwegen unterstützen. Auch visuell wird der Schwammeffekt gut deutlich, nach der Applikation ist die Haut noch weiß bis manchmal sehr bläulich. Nach und nach kann man sehen, wie das Areal langsam errötet.

Eine Besonderheit bei der Applikation  gilt bei der Schwellung: Die Anlage beginnt ca. eine Handbreit unterhalb der Schwellung und wird mit kontinuierlichem Zug von 50% mit 1,5cm  Überlappung angebracht. Die Anlage geht bis eine handbreit über das Schwellungsgebiet. Wichtig ist, dass der Zug kontinuierlich angebracht ist und keine Stelle ausgelassen wurde. Danach wird in alle Richtungen bewegt, gleichzeitig können Griffe der Lymphdrainage angebracht werden. Nach einigen Minuten wird die Anlage dann gelöst. Der Vorgang sollte 20-30 Minuten wiederholt werden.

Kelly Starrett verwendet häufig aufgeschnittene Fahrradschläuche als Ersatz zu teuren Flossbands. Davon haben wir Triathleten wohl genug zu hause rum fliegen.

 

 

 

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Mantras: laufen mit dem kleinen Mann im Ohr

Wer kennt das nicht, oder wer macht das nicht? Ich führe bei harten Einheiten regelmäßig Selbstgespräche und versuche mich positiv zu verstärken. Meistens sind es Gedanken aus Situation in denen es gut lief oder ich etwas schon mal erreicht habe. Aber nicht nur ich tue dies ganz unbewusst und automatisch, auch Profiathleten wie Mona Stochhecke oder Marathon Rekordhalterin Deena Kastor führen immer wieder Selbstgespräche während ihrer Einheiten oder Wettkämpfe. Dies ist jedoch keine Eigenheit, bei der man nicht alle Tassen im Schrank hat, sondern eine psychologische Strategie, die einen motivieren und beflügeln soll. Besonders in Situation in denen es hart wird oder mal nicht so läuft können einen solche Mantras wieder aufbauen und helfen sein Ziel zu erreichen.

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Für eine neue Bestzeit muss auch der Kopf stimmen

 

Jeder muss sein eigenes Mantra finden, aber wie?

Erstmal was sind eigentlich Mantras? Mantras sind kurze und kleine Powersätze, die man immer wieder leise in seinem Kopf wiederholen kann. Manchmal sind es Sätze, aber auch nur ein einziges Wort kann als Mantra dienen. Hauptsache ist, sie motivieren dich und helfen dir fokussiert und konzentriert im Wettkampf oder im Training zu bleiben. Sie sollten dich zu so beflügeln  und aufbauen, dass es dir auch in schlechten Situation hilft nicht aufzugeben und dein Ding durchzuziehen.

Wie man sein Mantra findet ist gar nicht so schwer, dafür muss mein kein Dichter oder Denker sein. Viele begegnen uns im Alltag und bleiben schon fast automatisch im Kopf. Als Mantra können aufbauende Wort vom Trainer oder Trainingspartner fungieren, aber auch bestimmte Liedzeilen aus Songs die du gerne hörst. Oder sie begegnen dir einfach so. In Jügesheim lief ein Mädchen mit einem T- Shirt vor mir auf dem der Satz  “ don´t run fly“ stand. Der Satz prägte sich sofort in meinem Kopf ein. An diesem Tag war dies mein Mantra was mich zu meiner neuen Bestzeit beflügelte. Im wahrsten Sinne wollte ich fliegen anstatt zu laufen. Beim Bilden von Mantras gibt es keine Regeln und Gesetze, das innere Gefühl und die Einstellung zu den Worten muss stimmen. Ein Mantra soll ein ganz bestimmtes Gefühl vermitteln; ein Gefühl, das einen beflügelt. Bei den falschen Worten funktioniert das nichts, sie bringen einen nicht weiter.

Wenn man immer noch nicht weiß wie man zu seinem Mantra kommt kann man auch auf alte Erinnerungen zurückgreifen, Gefühle aus Situationen in denen es gut lief und man Erfolg hatte. Diese abgespeicherten Gefühle kann man dann wieder und wieder hervorrufen und versuchen in starke Worte zu formulieren um diese immer wieder zu wiederholen. Hier kann es helfen die Gedanken nach einem Wettkampf in Worte zu formulieren z.B. in einem Trainingstagebuch. Dadurch kann man bestimmte Muster selbst analysieren, man erkennt so was funktioniert und was nicht. Ein weiterer Punkt ist, dass man durch Mantras keine Erwartungen an sich setzen sollte, die man nicht erfüllen kann, das kann eher kontraproduktiv wirken und nicht motivierend. Die Befehle aus dem Kopf können nicht umgesetzt werden und das wirkt am Ende nur frustrierend und eben nicht aufbauend. Sich selbst etwas vorgaukeln bringt auch hier nichts, man glaubt ganz tief eh nicht dran. Am Besten ist es die Botschaft aus dem Kopf einfach zu halten und sich auf Dinge zu konzentrieren, die man beeinflussen und auf die man sich verlassen. Beispiele können sein „bleib groß“, „mach dich lang“ “ ruhig atmen“.

Mantras an Situationen anpassen

Nicht jedes Mantra ist für jeden Lauf geeignet. Je nach Lauf oder Einheit sollte man die Mantras an die Situation anpassen. Man muss nicht immer den Geschwindigkeitsteufel in sich entfachen. Manchmal muss es auch locker und einfach sein. So hatte Mona Stochhecke in Frankfurt “ Take it easy“ als Mantra. Aber manchmal läuft es auch einfach und man ist im Flow und das sollte man dann auch einfach genießen, hier können auch ein oder zwei kleine Wörter störend wirken. Das sind Situation bei denen man am besten an gar nichts denkt und den Flow genießt.

Wie weiß ich das es was für mich ist?

Ob die Strategie der Mantras was für dich ist kann man so pauschal nicht sagen, es bleibt wohl nur es auszuprobieren. Eben wie ein neuer Laufschuh muss auch ein Mantra zu einem passen. Am besten ist man testet es einfach mal im Training aus. Man läuft ja auch nicht einen neuen Schuh im Wettkampf ohne ihn im Training getestet zu haben. Wenn ihr euch im Training sch0n nicht auf euer Mantra fokussieren könnt und euch doof dabei vorkommt ist es nicht das richtige und ihr müsst weiter suchen. Ein Mantra muss passen wie der Lieblingslaufschuh.

 

Ab auf die Rolle!!!

Draußen wird es Winter, die Temperaturen fallen und der Winterblues stellt sich ein. Regen, Sturm, Wind und Schnee, da wird aus Outdoorlust manchmal Outdoorfrust. Besonders auf dem Rad macht einem das deutsche Schmudelwetter zu schaffen und versaut einem so manches mal die Trainingseinheit. Zudem kommt auch noch, dass es immer früher dunkel wird, da macht das radeln nicht nur keinen Spass, sondern ist auch echt gefährlich. Ich verziehe mich dann immer gerne auf die Rolle, da ist es schön warm, trocken, man muss sich nicht mit Unmengen an Kleidungsschickten bekleiden und man ist zeitlich total unabhängig.  Jedoch merke ich immer wieder, dass sich beim Radtraining auf der Rolle immer wieder die Geister scheiden. Langweilig, stumpfsinnig und schweißtreibend höre ich oft von Kollegen. Ich sehe es eher abwechslungsreich, effektiv, anspruchsvoll und vor allem effizient. Ich schwitze lieber bei einer Lieblingssendung, als draußen zu frieren und zu merken, dass mich meine Füße und Hände so langsam verlassen.

Die Rolle bietet viele Vorteile, in allen Disziplinen konzentriert man sich im Winter eher auf die Technik. Warum also nicht auch beim Radfahren? Die Rolle ist der beste Ort, um an seiner Trittfrequenz und seiner Technik zu arbeiten.  Man ist frei von äußeren Einflüssen. Man muss sich nicht auf seine Umwelt konzentrieren und auf den Straßenverkehr achten, da bietet es sich an, an einem runden Tritt und der Trittfrequenz zu arbeiten. Das geht am besten beim Einbeinig fahren und mit einer Trittfrequenzpyramide.  Besonders beim Einbeinig fahren muss darauf achten, einen runden Tritt bei zu behalten. Man muss ohne Schwung aktiv drücken und ziehen. Solche Übungen tragen zu einem ökonomischen Tritt bei. Sowas ist im öffentlichen Straßenverkehr unmöglich und solche Spielereien machen das Rollentraining so abwechslungsreich und effektiv.

Auf der Rolle gibt es eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten und Programmen, die man fahren kann. Viele setzen sich einfach auf das Rad und spulen dort ein Dauerprogramm von 2 Stunden ab. Solch eine Methode ist langweilig , da hilft auch der Fernseher nicht viel. Aber was ist beispielsweise mit einem Intervalltraining im Kraftausdauerbereich? Auf der Rolle ist man in der Lage die Intervalle voll auszufahren, ohne Störungen durch  Ampeln oder querenden Fußgängern. Das steigert meiner Meinung nach die Effektivität. Zur Entwicklung der Kraftausdauer ist die Rolle optimal, hier geht es in erster Linie darum einen besonders großen Wiederstand zu überwinden, dabei reduziert sich dann die Trittfrequenz. Die meisten Rollen haben verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, um den Wiederstand anzupassen. Wenn man hier effektiv powert reicht ein Programm von 1-1,5 Stunden völlig aus und schon bei 45 min fahren erhält man die Motorik. Auf der Rolle ist die reine Fahrtzeit gleich der absoluten Dauer der Trainingseinheit. Das meine ich, wenn ich von einem effizienten Training spreche.

TiPPS um das Rollentraining erträglicher zu machen:

  1. Fenster kippen oder auf machen. Beim Training auf der Rolle fehlt der Fahrtwind und bei körperlicher Anstrengung ist der Sauerstoff im Raum ruck zuck aufgebraucht. Das macht es schnell stickig.
  2. Viel trinken. Trinken beim Sport ist generell extrem wichtig, doch durch die stehende Luft im Raum und die Anstrengung, wenn man richtig trainiert kommt man schnell und stark ins schwitzen. Eine Flüßigkeitsrückfuhr ist extrem wichtig.
  3. Auch die neusten Rollen produzieren Lärm, wenn man richtig in die Pedale tritt. Um den Schall ein bisschen zu dämmen, legt man besten eine Isomatte unter das Rad. Das reduziert den Lärm. Die Nachbarn werden dankbar sein. Gleichzeitig schützt es den Boden vor Schweiß.
  4. Das Rad sollte geschützt werden. Das im Schweiß enthaltene Salz kann das Rad angreifen. Deshalb das Rad vor Schweiß schützen und regelmäßig abwischen. Viele Hersteller liefern ein Schutztuch mit was man über das Oberrohr spannen kann. Aber ein Handtuch tut es auch.
  5. Musik auf die Ohren oder Lieblingssendung an. So hat man ein bisschen Ablenkung, was die Zeit ein bisschen verkürzt.
  6. Sich vorher Gedanken machen, was man trainieren kann und sich ein abwechslungsreiches Programm ausdenken. Nutzt die Möglichkeiten, die ihr auf er Rolle habt. Das macht mehr Spaß und ruck zuck ist die Einheit vorbei.
Kraftausdauertraining
KA1 -extensives Kraftausdauertraining längere Intervalle mit moderatem Widerstand
10-15 min ein
4×10-15min bei hohem Widerstand Trittfrequnz 50U/min dazwischen 5 min locker dabei 1-2 mal auf 110 U/min
10-15min aus
KA2- intensives Kraftausdauertraining kürzere Zeitintervalle bei höherem Widerstand als bei KA1
10-15min ein
8×3-5min 40-60U/min bei höherem Widerstand als KA1 dazwischen 5-7min im Grundlagen Bereich
10-15 min aus
Motorik und Techniktraining
10-15min ein
8-10x 1-3 min ( Anfänger) 4-10min (Geübte) im Wechsel einbeinig fahren
dazwischen 1-3 min mit hoher Trittfrequenz fahren 110-120 U/min um die Technik direkt umzusetzen
10-15min aus
Trittfrequenzpyramide
10-15min ein
5min 100 U/min
3min 110 U/min
1min 120 U/min
3 min 110 U/min
5 min 100 U/min
dazwischen 1 min locker/ Ziel auf einen ruhigen Oberkörper achten
10-15min aus
Als Fazit: Rollentraining kann mehr leisten als viele denken. Wenn es draußen nicht geht kann es eine super Alternative sein um auch im Winter intensive Reize zu setzen und effektiv zu trainieren.
Also versucht immer mal was neues und bleibt in Bewegung.

Von OFF to ON ( Ich dachte ich lauf….)

…..13.1 thirteen Point one miles,69,168 ft, 23,056 Yards, 21,08km oder einfach Halbmarathon.

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Bis letzten Sonntag lief alles optimal. Das Training war absolviert und der letzte lange Lauf am Sonntag abgespult. Auch die 9 km Endbeschleunigung fühlten sich ganz ok an. Doch nach den Turbulenzen in der letzten Woche passierte das, was sich irgendwie angekündigt hatte. In der Nacht von Sonntag auf Montag erwischte es mich total.

Letzte Woche wurde ich schon mit einer Migräneattacke und brechen für einen Tag lahmgelegt. Die Erholung stellte sich jedoch schnell ein und nach einem Tag schwächeln dachte ich, ich bin wieder voll im Kurs. Das Training ein bisschen umgestellt, so dass die Kerneinheiten weiterhin stehen bleiben konnten und weiter geht’s. Ich war voll motiviert, es fühlte sich einfach super an. Ich wusste es könnte klappen mit den 1:45. Doch dann kam das, was sich keiner vor einem Hauptwettkampf wünscht. Was ich noch nicht mal anderen Menschen wünsche. Was das schlimmste ist was man sich eigentlich vorstellen kann, wenn man so viel Schweiß und Training in ein Projekt gesteckt hat. Ich wurde krank. Nicht mal ein bisschen, sondern so richtig. Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf und Gliederschmerzen. Ich war total platt. Montag schleppte ich mich mit wenig Schlaf und schniefender Weise auf die Arbeit. Irgendwie hab ich es geschafft den Tag zu bewältigen, doch dann ging es nur ins Bett. Dass ich dann gefühlt 2 Tage nicht verlassen habe.

Ich zählte die verbleibenden Tage bis zum Halbmarathon und hoffte Dienstag wieder fit zu sein und verschob ich die erste Laufeinheit auf Mittwoch. Schließlich versuchte ich es am Donnerstag und scheiterte kläglich, 30 min mit Lauf ABC zu absolvieren. Dann nahm ich mir vor Freitag abzuwarten. Ich redete mir ein, dass die Form nicht nach einer Woche weg ist und ich schon mal einen Lauf gemacht habe, bei dem ich mich nicht gut fühlte. Doch Freitag dann das Gefühl, irgendwie wird es wieder schlechter. Missmutig entschied ich mich, nicht zu Laufen und mit meinen Patenkindern in den Opel Zoo zu fahren. Eigentlich ne super Alternative, mental aber nur ein schmaler Trost.

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Jetzt habe ich mich darauf eingestellt, zwei weitere Wochen Training. Nochmal lange Läufe mit Endbeschleunigung, 2000 er 3000er Intervalle, die ich ja sooooo liebe. Und was mich am meistens wurmt, 2 Wochen später Off Saison. Jetzt nochmal die Motivation hochhalten nach einer Saison, die schon seit Anfang Mai in vollem Gange ist. Echt hart und gerade total schwer. Ich dachte heute fängt es an Chips futtern, Füße hochlegen und alle fünfe gerade sein lassen. Doch falsch meistens kommt es anders als man denkt. Nochmal zwei Wochen voll Spannung und Konzentration. Race Day ist diesmal der 17.10 in Hommertshausen.

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Keine Ahnung wo das ist aber Flo und das Navi werden mich schon hinbringen. Ich bin gespannt und hoffe die zwei Wochen gut rum zu bekommen. Nach 1,5 Stunden Yoga am Morgen schnürte ich mittags dann die Laufschuhe. Nach einer Stunde laufen, hat mir mein Körper deutlich gezeigt das nicht zu laufen die richtige Entscheidung war. Die Leistung ist noch verbesserungswürdig. Nun heißt es wieder all eyes on Halbmarathonbestzeit  :-)))))

Bahntraining, 5 Runden im Kreis oder der Weg zum Bahnhof.

imageAuf meinem Trainingsplan steht mindestens einmal pro Woche Bahntraining, häufig nenne ich diese dann hart aber herzlich Einheiten. Man muss nicht viel nachdenken und so  heisst dann eigentlich stumpf rechts, links, rechts, links, rechts, links…… 2000m in einem Schnitt von 4:35 min pro km. So zumindest letzen Dienstag. Im Hinblick auf meinen Halbmarathon werden nun die Intervalle ein wenig länger und somit steigt die Zahl der Runden, die man stupide im Kreis rennen muss. Die Belastung wird nun eher extensiv als intensiv und durch weniger Laktat in den körpereigenen Zellen bleibt nun mehr Platz für Gedanken; Gedanken jeglicher Art. Meistens versucht man seinen Körper ein wenig damit zu überlisten, die Distanz in den Gedanken wenigstens zu verkürzen oder einfach nur an etwas anderes zu denken als an 5 Runden auf einer Aschebahn im Kreis zu rennen.

Letzen Dienstag war der Unterhaltungswert auf der Bahn groß. Eine Schulklasse einer hiesigen Gesamtschule hatte Sportunterricht. Sportunterricht?! Naja die Schüler gingen auf meiner Bahn spazieren, lümmelten sich auf Bänken und verzehrten leckere Gummibärchen. Ein Teil der Jungs vergnügte sich mit diversen Ballspielen. Dies verkürzte die erste Hälfte meiner Trainingseinheit. Ich schaute mir immer wieder das Treiben links und rechts neben mir an. Irgendwann blies die Lehrercrew dann doch noch zu ernsthaften sportlichen Aktivität. Ballweitwurf. Mein Unterhaltungsprogramm nahm ein abruptes Ende und ich hatte noch gut eine halbe Stunde vor mir.

Mein Thema blieb die Schule, erst überlegte ich mir was ich damals so cool fand im Sportunterricht und ob ich damals überhaupt Bock auf Sportunterrichte hatte. Meistens eher nicht. Das lag aber nicht an meiner Fähigkeit sich an Sport zu begeistern, sondern eher an unserem unfähigen Sportlehrer.

Kurz vor dem nächsten 2000m Intervall fiel mir dann ein, dass ich um in die Schule zu kommen auch immer ca. 2,5km laufen musste. Von meinem Haus zum Bahnhof. Ich habe morgens immer eine Ewigkeit gebraucht. Die Bewegungsgeschwindigkeit glich der einer Schnecke. Das führte dazu, dass ich mich immer zeitig auf den Weg machen musste. Die 2000m jetzt lief ich so in 9 min, damals eher 30 min. In Schülergedanken heisst das: 20 min länger schlafen. Ob das Motivation genug gewesen wäre, um sich morgens schon anzustrengen und zu rennen? Ich weiß es nicht  😉 . Jedenfalls kam ich zu dem Entschluss, dass einem als Kind viele Distanzen ziemlich weit vorkommen. Teilweise je jünger desto weiter; Lauterbach (3km) war als Kleinkind eine Weltreise und heute sind 2000m nur 5 Runden auf der Aschebahn. Wenn mir damals jemand erzählt hätte, dass ich später 10km laufe (quasi fast zur Schule nach Alsfeld), hätte ich demjenigen niemals geglaubt, dass man diese Strecke laufen kann. Ein Marathon, 42,195 km, war einfach eine Zahl. Als Kind hatte ich nicht einmal das Bewusstsein mir vorzustellen was das für eine Distanz ist. Im Urlaub habe ich nach 2 km schon gefragt wann wir endlich da sind. Und heute bereite ich mich auf einen Halbmarathon vor: 21,1 km Laufen und das möglichst schnell.