I love to Tri , Frauenpower im Triathlonalltag

Täglich grüßt das Murmeltier. Durch meinen Beruf als Physiotherapeutin habe ich viel Kontakt mit Menschen. Mal mehr, mal weniger sportlich, die meisten aber nett. In so einer Behandlung  hat man viel Zeit zu reden und irgendwann kommt dann immer die Frage: Machen sie eigentlich auch Sport? Und nach der Antwort stellt sich immer ein Gesichtsausdruck ein, bei dem ich mich oft Frage ist das jetzt Be- oder Verwunderung. Ja ich mache Triathlon!!! Aber warum schauen mich viele meiner Patienten und Freunde immer so erschrocken an? Liegt es an der Sportart oder ist es in unserer Gesellschaft noch nicht angekommen das wir Frauen auch ein Ironman werden können. Es ist doch auch in Ordnung, dass wir Fussball spielen. Bei weiterem Nachfragen kommen wir dann vielen grundlegenden Problemen auf die Spur. “ Nen ganzen Triathlon?“ „Ja nen ganzen antwortete ich. Es gibt keinen halben oder 3/4 Triathlon.Ein Triathlon ist immer schwimmen, Rad fahren und laufen. Halbe Sachen machen wir nicht. Das wäre dann ein ganz anderer Sport. Es ändern sich höchstens die Distanzen.

Ich bin immer wieder verwundert wie wenige Menschen eigentlich wissen was sich hinter Triathlon verbirgt. Wer die Tore der deutschen Fussball Nationalmannschaft in einem Weltmeisterschaftsfinale geschossen hat kann mir fast jeder sagen. Aber das wir einer der Triathlonnationen sind weiß kein Mensch. Bei Jan Frodeno klingelt es leise. Der Rest ist unbekannt. Die wenigsten wissen mehr über meinen liebsten Sport und ich rutsche in ein Aufklärungsgespräch. Europameisterschaften der Mittel- und Langdistanz finden  ja quasi direkt vor der Haustür in Frankfurt und Wiesbaden statt. In Hamburg macht der Worldcup jedes Jahr halt und die traditionsreichste Langdistanz ist in Roth, das alles und noch vieles mehr ist Triathlon in Deutschland. Aber meine Patienten schauen mich häufig nur verwundert an. Beim Ironman in Frankfurt klingelt es ein bisschen. Aber auch nur, weil die halbe Stadt gesperrt ist und man in der City kaum noch wo hin kommt. Das weckt jedoch bei dem ein oder anderen eher negative Gedanken als Freude und Begeisterung auf einen tollen Sport.

Ok die Basics wären jetzt geklärt. “ Aber wie machen sie das, sie sehen gar nicht so aus?“ Nicht jeder Triathlon ist ein Ironman und zweitens sieht man wenn man Triathlon macht nicht aus als ob man in der Fitnessklasse beim Bodybuilding startet. Ich frag mich immer was sich die Leute da so in ihrem Kopf vorstellen. Wie sieht man denn aus wenn man Triathlon macht. Sportlich, trainiert aber gesund. In der neuen Triathlon steht es: Triathlon macht sexy. Viele Frauen betreiben aus diesem Grund diesen Sport. Es macht Spaß, man hat die Abwechslung zwischen 3 Sportarten, die den ganzen Körper trainieren und man ist viel und oft an der frischen Luft. 1000 Mal besser als den Körper im Fitnessstudio in Form zu bringen.

Traut man so viel Sport Frauen nicht zu oder warum sind viele verwundert, wenn man sagt, dass man Triathlon macht? 30% der Mitglieder in der DTU sind Frauen, was dafür spricht, dass der Sport auch beim weiblichen Geschlecht immer mehr Beliebtheit erlangt. Hartes Training und Weiblichkeit; passt das etwa in Augen vieler  nicht zusammen? Dabei kenne ich viele Mädels die einige der Männer locker in die Tasche stecken würden. Sei es von den Besteiten als auch von Trainingsfleiß und Organisiation. Wir Mädels gehen solche Sachen häufig mit mehr Köpfchen an. Neue Herausforderungen werden gut geplant und strukturiert angegangen. Dabei backen wir Mädels eher kleine Brötchen im Vergleich zum starken Geschlecht. Uns ist es häufig nicht so wichtig sich mit anderen zu messen und anderen was zu beweisen. Viele treiben den Sport für sich um die eigenen Ziele zu erreichen. Sei es um gesund zu bleiben, den Körper in shape zu halten, sich durch Bewegung wohler zu fühlen oder um doch ein bisschen Selbstbewusstsein zu tanken, wenn man sein Ziel erreicht hat. Frauen sind weniger Testosteron gesteuert. Wir Mädels genießen auch mal eine Ausfahrt in der Gruppe. Bei Jungs ist das anders. Selbst bei einer lockeren Ausfahrt muss immer einer der erste am Berg sein oder am Ortschild zu einem Sprintduell ansetzen. Wir Mädels machen es uns da lieber bei einem Kaffee bequem. Da kann ich mich gut an die Worte eines Teamkollegen erinnern “ Dann macht ihr ja zwei Ausfahrten an einem Tag“. Frauen und Männer sind halt doch unterschiedlich.

Doch eins steht fest: Egal ob Männlein oder Weiblein, Deutschland ist Triathlonland. Seit den 1980ern wird in Deutschland Triathlon betrieben, einer der ersten Wettkämpfe war zum Beispiel der Frammersbacher Dreiampf. Triathlon ist keinesfalls eine Trendsportart. Wir haben Olympiasieger, Weltmeister auf allen Disziplinen und Triathlon wird im Breiten- und Leistungssport immer beliebter. Laut der Statistik der neuen Triathlon gibt es in Deutschland 1536 Vereine und die DTU zählt aktuell 54.848 Mititglieder. Die Anzahl der Frauen ist steigend und ich kann nur jede motivieren sich neue Herausforderung zu suchen und es zu versuchen. Im Triathlon gibt es keine Grenzen und keine Limits. Solange es Spaß macht. Also in diesem Sinne bleibt in Bewegung.

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2 Gedanken zu „I love to Tri , Frauenpower im Triathlonalltag

  1. sehr toller Beitrag. Ich musste so lachen, weil ich die Nachfrage: „nen ganzen Triathlon???“ auch schon so oft gehört habe und mir den gleichen Gedanken wie Du hatte. Kann auch nicht nachvollziehen, warum uns das so wenige zutrauen. Auf alle Fälle sind wir auf dem richtigen Weg! 😉

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