Bahntraining, 5 Runden im Kreis oder der Weg zum Bahnhof.

imageAuf meinem Trainingsplan steht mindestens einmal pro Woche Bahntraining, häufig nenne ich diese dann hart aber herzlich Einheiten. Man muss nicht viel nachdenken und so  heisst dann eigentlich stumpf rechts, links, rechts, links, rechts, links…… 2000m in einem Schnitt von 4:35 min pro km. So zumindest letzen Dienstag. Im Hinblick auf meinen Halbmarathon werden nun die Intervalle ein wenig länger und somit steigt die Zahl der Runden, die man stupide im Kreis rennen muss. Die Belastung wird nun eher extensiv als intensiv und durch weniger Laktat in den körpereigenen Zellen bleibt nun mehr Platz für Gedanken; Gedanken jeglicher Art. Meistens versucht man seinen Körper ein wenig damit zu überlisten, die Distanz in den Gedanken wenigstens zu verkürzen oder einfach nur an etwas anderes zu denken als an 5 Runden auf einer Aschebahn im Kreis zu rennen.

Letzen Dienstag war der Unterhaltungswert auf der Bahn groß. Eine Schulklasse einer hiesigen Gesamtschule hatte Sportunterricht. Sportunterricht?! Naja die Schüler gingen auf meiner Bahn spazieren, lümmelten sich auf Bänken und verzehrten leckere Gummibärchen. Ein Teil der Jungs vergnügte sich mit diversen Ballspielen. Dies verkürzte die erste Hälfte meiner Trainingseinheit. Ich schaute mir immer wieder das Treiben links und rechts neben mir an. Irgendwann blies die Lehrercrew dann doch noch zu ernsthaften sportlichen Aktivität. Ballweitwurf. Mein Unterhaltungsprogramm nahm ein abruptes Ende und ich hatte noch gut eine halbe Stunde vor mir.

Mein Thema blieb die Schule, erst überlegte ich mir was ich damals so cool fand im Sportunterricht und ob ich damals überhaupt Bock auf Sportunterrichte hatte. Meistens eher nicht. Das lag aber nicht an meiner Fähigkeit sich an Sport zu begeistern, sondern eher an unserem unfähigen Sportlehrer.

Kurz vor dem nächsten 2000m Intervall fiel mir dann ein, dass ich um in die Schule zu kommen auch immer ca. 2,5km laufen musste. Von meinem Haus zum Bahnhof. Ich habe morgens immer eine Ewigkeit gebraucht. Die Bewegungsgeschwindigkeit glich der einer Schnecke. Das führte dazu, dass ich mich immer zeitig auf den Weg machen musste. Die 2000m jetzt lief ich so in 9 min, damals eher 30 min. In Schülergedanken heisst das: 20 min länger schlafen. Ob das Motivation genug gewesen wäre, um sich morgens schon anzustrengen und zu rennen? Ich weiß es nicht  😉 . Jedenfalls kam ich zu dem Entschluss, dass einem als Kind viele Distanzen ziemlich weit vorkommen. Teilweise je jünger desto weiter; Lauterbach (3km) war als Kleinkind eine Weltreise und heute sind 2000m nur 5 Runden auf der Aschebahn. Wenn mir damals jemand erzählt hätte, dass ich später 10km laufe (quasi fast zur Schule nach Alsfeld), hätte ich demjenigen niemals geglaubt, dass man diese Strecke laufen kann. Ein Marathon, 42,195 km, war einfach eine Zahl. Als Kind hatte ich nicht einmal das Bewusstsein mir vorzustellen was das für eine Distanz ist. Im Urlaub habe ich nach 2 km schon gefragt wann wir endlich da sind. Und heute bereite ich mich auf einen Halbmarathon vor: 21,1 km Laufen und das möglichst schnell.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s